{"id":6952,"date":"2016-11-22T12:10:41","date_gmt":"2016-11-22T11:10:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=6952"},"modified":"2016-11-22T12:10:41","modified_gmt":"2016-11-22T11:10:41","slug":"insel-der-schoenheit-der-gebirgsreiche-norden-korsikas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/inspiration\/insel-der-schoenheit-der-gebirgsreiche-norden-korsikas\/","title":{"rendered":"Insel der Sch\u00f6nheit: Der gebirgsreiche Norden Korsikas"},"content":{"rendered":"<p>Die Griechen nannten sie Kalliste \u2013 Insel der Sch\u00f6nheit. \u201eGebirge im Meer\u201c und \u201eInsel der Gegens\u00e4tze\u201c sind zwei weitere Versuche, diese landschaftlich und kulturell so vielschichtige Insel zu beschreiben. In den drei Sommermonaten sind fast ebenso viele Urlauber wie Einheimische auf <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/wanderkarte\/dest\/30948-korsika\/\">Korsika<\/a>, doch wer ins Hinterland f\u00e4hrt, findet auch dann noch Ruhe und Einsamkeit.<\/p>\n<p>Der Norden bietet Strandurlaubern und Wanderern viele attraktive Ziele. Einer der H\u00f6hepunkte ist sicher das markante Cap Corse, das man auf der K\u00fcstenstra\u00dfe oder besser noch auf einer Wanderung entlang der Nordspitze erkunden sollte. Zu den Hauptsehensw\u00fcrdigkeiten des Nordens z\u00e4hlt die Calanche de Piana, ein Paradies f\u00fcr Fotografen, die hier im Licht der untergehenden Sonne spektakul\u00e4re Fotomotive finden.<\/p>\n<p>Abwechslungsreich ist die Bahnfahrt von Calvi oder Bastia nach Corte und weiter durch die eindrucksvolle Bergwelt Korsikas nach <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/im-sueden-von-korsika-zaubehafte-buchten-und-hohe-berge\/\">Ajaccio<\/a>. Unterwegs erh\u00e4lt man einen guten Eindruck vom Hochgebirge, das das R\u00fcckgrat der Insel bildet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kompass.de\/regionen\/wandern-korsika\/\" data-internallinksmanager029f6b8e52c=\"6\" title=\"Wandern auf Korsika\">Korsika<\/a> ist eine Welt f\u00fcr sich, die auf kleinstem Raum eine unglaubliche Vielfalt an Landschaften und Klimazonen vereint: Nach einer Wanderung durch die alpine Hochgebirgslandschaft mit herrlichen Bergseen und aussichtsreichen Gipfeln ist man in kurzer Zeit nach einer Fahrt durch eindrucksvolle Schluchten am Meer und kann sich im kristallklaren und im Sommer angenehm warmen Wasser abk\u00fchlen.<\/p>\n<p>Die \u00fcber tausend Kilometer lange K\u00fcstenlinie bietet endlos lange Sandstr\u00e4nde, aber auch einsame Buchten mit Kies- und Felsstr\u00e4nden (die teilweise nur vom Wasser aus zu erreichen sind), rote Porphyr- und strahlend wei\u00dfe Kalkfelsen, steile Felsklippen, bizarre Tafoni und vogelreiche Lagunenseen. Und dann locken noch die Halbw\u00fcste Desert des Agriates, die Kastanienw\u00e4lder der Castagnicca und die im Fr\u00fchjahr bet\u00f6rend duftende Macchia.<\/p>\n<p>Neben den vielen malerischen Hafenorten gibt es im Hinterland noch einige sehr urspr\u00fcngliche Bergd\u00f6rfer, in denen sich seit Jahrhunderten scheinbar kaum etwas ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p><strong>Cap Corse<\/strong>: Die fingerf\u00f6rmige markante Halbinsel <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=42.82612,9.41172\">Cap Corse<\/a> im Norden ist vierzig Kilometer lang und durchschnittlich zehn Kilometer breit, h\u00f6chste Erhebung ist der 1.307 Meter hohe Monte Stella. An der Westseite ragt der Gebirgskamm teilweise sehr steil aus dem Meer. Das Nordende Korsikas ist \u00fcber eine kehrenreiche, 130 Kilometer lange K\u00fcstenstra\u00dfe erschlossen, f\u00fcr die man sich rund einen Tag Zeit nehmen sollte, um in der einen oder anderen Bucht zu baden und Sehensw\u00fcrdigkeiten wie etwa die zahlreichen genuesischen Wacht\u00fcrme zu besichtigen, die sich entlang der K\u00fcste ziehen. In der vergleichsweise untouristischen Region gibt es noch sehr urspr\u00fcngliche D\u00f6rfer. F\u00fcr die Mittagspause bieten sich je nach Fahrtrichtung das K\u00fcnstlerst\u00e4dtchen Erbalunga (kleiner, malerischer Hafen, genuesischer Wachturm), Nonza (mittelalterliches Ortsbild, Festung, genuesischer Wachturm) oder der h\u00fcbsche Hafenort Centuri-Port an. Viele der prunkvollen Pal\u00e4ste, auf die man unterwegs st\u00f6\u00dft, wurden im 18. und\u00a0 19. Jh. von zur\u00fcckgekehrten Auswanderern gebaut, die es in \u00dcbersee mit Kaffee und Zuckerrohr zu Wohlstand gebracht hatten. Wer stimmungsvolle Sonnenauf- und -unterg\u00e4nge liebt, hat hier die Gelegenheit, beides an einem Tag zu erleben.<\/p>\n<p><strong>Nebbio und Patrimonio-Tal<\/strong>: Als Nebbio wird die fruchtbare Region zwischen dem Cap Corse und der Agriates bezeichnet. Hier pr\u00e4gen Weinbau und Olivenhaine das Landschaftsbild, \u00fcberall sieht man Rinderherden. Zentrum des Nebbio ist die Hafenstadt Saint-Florent. Als Conca d\u2019Oro \u2013 goldene Muschel \u2013 wird das Nebbio auch bezeichnet: Ausgehend von Saint-Florent steigt das H\u00fcgelland terrassenf\u00f6rmig an. Auf einer rund f\u00fcnfzig Kilometer langen Rundfahrt lohnt sich der Halt in den traditionellen Bergd\u00f6rfern Santo Pietro di Tenda, Pieve, Murato, Olmeta-di-Tuda und Oletta. Zu den kunsthistorischen Sch\u00e4tzen auf dieser Fahrt z\u00e4hlt die romanische Kirche \u00c9glise de San Michele de Murato am S\u00fcdrand des Nebbio. Sie wurde Mitte des 12. Jhs. im romanischen Stil errichtet und hat eine Fassade aus gr\u00fcnem Serpentin und wei\u00dfem Kalkstein. Sehenswert sind auch die Menhirstatue \u201eU Nativu\u201c in Patrimonio (900\u2013800 v. Chr.) und drei weitere Statuen in Pi\u00e8ve (um 1000 v. Chr.). Das Patrimonio-Tal ist seit der R\u00f6merzeit Korsikas bekanntestes Weinbaugebiet, die Genueser forcierten den Anbau w\u00e4hrend ihrer Herrschaftszeit. Die korsischen Winzer produzieren vor allem Rotweine und Ros\u00e9s. Balagne Was einst f\u00fcr die Genueser die Agriates war, ist f\u00fcr das heutige Korsika die Balagne: Eine landwirtschaftlich intensiv genutzte Region, in der sich Zitrusplantagen mit Olivenhainen, Kastanienw\u00e4ldern und Weinbergen abwechseln. Die Landwirtschaftsprodukte (Zitrusfr\u00fcchte, Oliven\u00f6l, Rotwein) aus der Balagne genie\u00dfen einen guten Ruf. Im S\u00fcden geht die H\u00fcgellandschaft in das Massiv des Monte Cinto \u00fcber. Touristisch ist die Balagne dank ihrer sch\u00f6nen Str\u00e4nde bei Calvi, Algajola und \u00cele Rousse ein beliebtes Urlaubsgebiet. Lohnenswert ist die Fahrt zu den kunsthistorisch interessanten Kl\u00f6stern von Marcasso, Corbara und Tuani.<\/p>\n<p><strong>Golfe de Porto und La Scandola<\/strong>: Die <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/unesco-weltnaturerbe-die-einzigartigsten-orte-in-europa\/\">UNESCO<\/a> erkl\u00e4rte 1983 einen der sch\u00f6nsten K\u00fcstenabschnitte der Insel zum Weltnaturerbe. Das Schutzgebiet umfasst die Calanche de Piana, den Golfe de Girolata und die R\u00e9serve Naturelle de Scandola. Grund f\u00fcr die Unterschutzstellung war u. a. die f\u00fcr den Mittelmeerraum hier beispielhaft auftretende Macchia. Der Golf ist u. a. Lebensraum f\u00fcr Silberm\u00f6ven, Kormorane und Fischadler. Aus dem glasklaren t\u00fcrkisfarbenen Wasser ragen einzelne Felst\u00fcrme und Inselchen hervor, entlang der Steilk\u00fcste finden sich unzug\u00e4ngliche H\u00f6hlen und Grotten und bis zu 900 Meter hohe, blutrote Porphyrklippen. Das Schutzgebiet besteht aus zwei Teilen, der Halbinsel Scandola und der n\u00f6rdlich davon gelegenen Bucht <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=42.40457,8.60576\">Anse d\u2019Elpa Nera<\/a>. Eine viel zu kurze Panoramastra\u00dfe verbindet Porto und Piana, von wo aus man zum Capo Ross und dem Tour de Turghio wandern sollte (insgesamt. 3:30 Std.) Die Halbinsel La Scandola erreicht man vom Land aus nur im Rahmen einer Wanderung, die am Col de la Croix an der K\u00fcstenstra\u00dfe zwischen Porto und Calvi beginnt (4:30 Std.). Der Weg f\u00fchrt durch die mit Macchia bestandene K\u00fcstenlandschaft, unterwegs hat man das Ziel mit den roten Felsen stets im Blick. Der Wanderweg endet im Fischerort Girolata, in den keine Fahrstra\u00dfen f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Parc Naturel R\u00e9gional de la Corse<\/strong>: Rund vierzig Prozent Korsikas liegen im Regionalen Naturpark (korsisch: Parcu di Corsica), das entspricht einer Fl\u00e4che von 350.000 Hektar. Zu den geografischen Sehensw\u00fcrdigkeiten z\u00e4hlen unter anderem der <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=41.66755,9.23809\">For\u00eat de L\u2019Osp\u00e9dale<\/a>, der For\u00eat de Bavella, der For\u00eat de Valdu-Niellu, der Lac de Nino, die Calanche de Piana und die Schluchten der Restonica. Fischadler, Steinadler, Papageientaucher, Bartgeier, Kormorane sind hier ebenso beheimatet wie Mufflons. Der Park sch\u00fctzt die typischen Pflanzengattungen der Macchia, aber auch die oberhalb von 1500 m wachsenden Korsischen Schwarzkiefern.<\/p>\n<p><strong>Plaine Oriental<\/strong>: Die einzige nennenswerte Ebene des \u201eGebirges im Meer\u201c ist die etwa siebzig Kilometer lange Plaine Oriental zwischen Bastia im Norden und Al\u00e9ria im S\u00fcden. Die Region an sich ist touristisch eher uninteressant, denn weite Teile werden landwirtschaftlich genutzt. Einen Besuch lohnen aber die Lagunen \u00c9tang de Diane und \u00c9tang d\u2019Urbino n\u00f6rdlich beziehungsweise s\u00fcdlich von Al\u00e9ria, wo man Austern z\u00fcchtet sowie der \u00c9tang de Biguglia.<\/p>\n<p>Der knapp elf Kilometer lange und bis zu\u00a0 zweieinhalb Kilometer breite Lagunensee \u00c9tang de Biguglia ist maximal eineinhalb Meter. F\u00fcnf Fl\u00fcsse speisen den Brackwassersee, der ein wichtiger Lebensraum f\u00fcr rund 120 verschiedene Vogelarten ist, darunter 19 nistende Arten und 53 Arten, die hier \u00fcberwintern. Wer Gl\u00fcck hat, wird vielleicht auch eine Sumpfschildkr\u00f6te sehen. Ein schmaler, mit Kiefern bewachsener Streifen Sand, auf dem einige Ferienanlagen stehen, trennt den Lagunensee vom offenen Meer. Er markiert den Ostrand der Marana, ein ausgedehntes Schwemmlandgebiet zwischen Bastia im Norden und Anghione im S\u00fcden. Die Gemeinde Borge bietet im Sommer Gratisf\u00fchrungen in der Lagune an. Das Feuchtgebiet war fr\u00fcher deutlich gr\u00f6\u00dfer, Mitte des 20. Jhs. wurden jedoch weite Teile der malariaverseuchten S\u00fcmpfe trockengelegt. Das Neuland wurde zur Anpflanzung von Zitrusb\u00e4umen und Avocados genutzt. Ganz im Norden beherbergt ein kleines Fort (Fortin) das Ecomus\u00e9e du Fortin, das \u00fcber die \u00d6kologie des Lagunensees, Zugv\u00f6gel, Flora und Fauna sowie \u00fcber die Hydrologie informiert.<\/p>\n<p><strong>Castagniccia<\/strong>: Die <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=42.00314,9.05279\">Castagniccia<\/a> ist ein Gebiet an der Ostk\u00fcste, in dem 15.000 Hektar mit Edelkastanienw\u00e4ldern bedeckt sind. Die Genueser f\u00f6rderten im 13. Jh. den Anbau des \u201eBrotbaumes\u201c und rodeten daf\u00fcr die standorttypischen Stein- und Flaumeichenw\u00e4lder. Das Kastanienmehl half, immer wieder aufflammende Hungersn\u00f6te zu lindern. Barockkirchen mit wertvoller Innenausstattung wie die \u00c9glise Saint-Pierre et Saint Paul in Piedicroce, die \u00c9glise Saint-Jean Baptiste in La Porta (mit einem f\u00fcnfst\u00f6ckigen Glockenturm), die farbigen Malereien in der Dorfkirche von Carchetu, Piazzole und Campana zeugen davon, dass man es hier zu einigem Wohlstand gebracht hatte. Typisch f\u00fcr die Region sind die Kastanien-Selven, umfriedete Kastanienhaine, von denen heute viele verwildert sind.<\/p>\n<p><strong>Zentralkorsika<\/strong>: Vor allem f\u00fcr Naturliebhaber und Wanderer ist Zentralkorsika ein lohnenswertes Ziel. Hier finden sie nicht nur alpine Berglandschaften mit attraktiven Gipfeln, sondern auch spektakul\u00e4re T\u00e4ler, tiefe Schluchten, von Gletschern geschaffene Bergseen und kristallklare Bergfl\u00fcsse. Zu den eindrucksvollen Bergt\u00e4lern geh\u00f6rt auch das Vall\u00e9e d\u2019Asco, das nach\u00a0 dreiunddrei\u00dfig Kilometer am Hauptkamm endet. Bei der Fahrt durch das Tal durchquert man die schmale, zehn Kilometer lange Gorges de l\u2019Asco. Durch dunkle Schwarzkiefernw\u00e4lder, in denen Mufflons leben, f\u00fchrt der Weg nach <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=42.45341,9.03532\">Asco<\/a>. Von hier aus l\u00e4sst sich der Monte Cinto im Rahmen einer Tagestour besteigen.\u00a0 Das Niolo, zu dem das obere Tal des Golo ab der rund zwanzig Kilometer langen Schlucht Scala di Santa Regina (sch\u00f6ne Tafoni-Felsen) sowie die umliegenden Berge geh\u00f6ren, wird im Norden vom Massiv des Monte Cinto und im S\u00fcden vom Vall\u00e9e du Tavignano begrenzt. Im Sommer ist das Niolo ein wichtiges Weidegebiet. Noch zwei weitere Bergt\u00e4ler ziehen sich vom Hauptkamm Richtung Corte: das Vall\u00e9e du Tavignano und das Vall\u00e9e de la Restonica. Die Gorge du Tavignano ist die tiefste und spektakul\u00e4rste Schlucht der Insel, durch die ein ber\u00fchmter, in Corte beginnender zweit\u00e4giger Wanderweg f\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Griechen nannten sie Kalliste \u2013 Insel der Sch\u00f6nheit. \u201eGebirge im Meer\u201c und \u201eInsel der Gegens\u00e4tze\u201c sind zwei weitere Versuche, diese landschaftlich und kulturell so vielschichtige Insel zu beschreiben. In den drei Sommermonaten sind fast ebenso viele Urlauber wie Einheimische auf Korsika, doch wer ins Hinterland f\u00e4hrt, findet auch dann noch Ruhe und Einsamkeit. 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