{"id":6920,"date":"2016-11-10T10:05:44","date_gmt":"2016-11-10T09:05:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=6920"},"modified":"2016-11-10T10:05:44","modified_gmt":"2016-11-10T09:05:44","slug":"isarwinkler-skitouren-entlang-der-isar-in-den-bayerischen-alpen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/inspiration\/isarwinkler-skitouren-entlang-der-isar-in-den-bayerischen-alpen\/","title":{"rendered":"Isarwinkler: Skitouren entlang der Isar in den Bayerischen Alpen"},"content":{"rendered":"<p>Der Isarwinkel <span class=\"st\">in den <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/skitourenkarte\/dest\/30125-bayern\/\">Bayerischen Alpen<\/a><\/span> ist bekannt und beliebt wegen seiner flachen Almr\u00fccken, die man durch relativ steilen Wald auf h\u00e4ufig relativ schlechten Wegen erreicht. Konditioneller und emotionaler H\u00f6hepunkt ist daher die eindrucksvolle <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=47.65306,11.46556\">Benediktenwand<\/a> (1.801 m). Im Winter liegen die H\u00f6hepunkte mitten in den Steilw\u00e4ldern, die man im Sommer schnell durcheilt und allenfalls als Schattenspender willkommen gehei\u00dfen hat: Schneisenabfahrten sind der Hit des Isarwinkels, und je weg- sprich spurloser der Pulverschnee desto besser. Dabei geh\u00f6rt die auch nicht schlechte Normaltour zur \u201eBenewand\u201c (von Benediktbeuern im Westen) keineswegs zu den Toptouren. Eher sind es Bergerl um 1.600 Meter mit so harmlos klingenden Namen wie Sch\u00f6nberg, Seekarkreuz, Hirschh\u00f6rndl und Staffel, deren Routenverlauf auf der <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/skitourenkarte\/\">Skitourenkarte<\/a> nur selten erkennbar ist.<\/p>\n<p>Am Staffel (1.532 m) in der Jachenau wurde nach dem Windbruch von 1992 die \u00f6stliche Nordflanke kahlgeschlagen, die von den Jachenauern nicht umsonst Zachenwand genannt wird. Das musste ich ausprobieren. Von B\u00e4cker glitt ich entlang dem Babyschlepplift aufw\u00e4rts, k\u00e4mpfte mich durch Jungbuchendickicht und stellte fest, dass ich zu weit rechts war und abw\u00e4rts zum Einstieg queren m\u00fcsste. Nicht mit mir! Also querte ich die sausteile untere Flanke, zum Schluss auf einem Felsband und stieg dann \u2013 besonders bei Spitzkehren jede Gel\u00e4ndekontur ausnutzend \u2013 hinauf. &#8222;Ha, sicher eine Erstbegehung&#8220;, hoffe ich, als pl\u00f6tzlich zwei Skitourer im Traumpulver auf harter Unterlage auf mich zugewedelt kommen. &#8222;Logisch, dass das hier ein Insider-Tipp ist&#8220;, korrigiere ich mich. Allerdings sind die beiden \u00fcber den bequemeren Sommerweg hoch gekommen. Bald lehnt sich der Hang zur\u00fcck und ich lande am Westr\u00fccken vor einem steilen Fichtendickicht. Was nun? Durch Hochwald quere ich leicht ansteigend Richtung Staffelalm bis dieser sich lichtet, ich steil gerade hinauf serpentinieren kann und \u00fcber den S\u00fcdr\u00fccken mit satten Stollen an den Steigfellen das Gipfelbankerl mit Karwendelblick erreiche. Die der Brotzeit folgende Abfahrt \u00fcber spurlose, teils ausgesetzte H\u00e4nge bis vierzig Grad Neigung geh\u00f6rt zum Berauschendsten, was ich auf einer Skitour je erlebt habe&#8230;<\/p>\n<p>Vom Staffel aus sieht man auf die meisten Isarwinkler Skitourenschmankerl oder ihre Gipfel. Im S\u00fcden geht der teils licht bewaldete, teils \u201ewindgebrochene\u201c, steile Nordr\u00fccken des Stuhlbachjochs (1.736 m) im oberen Isartal on der Stra\u00dfe zwischen Fall und Vorderri\u00df aus los (Parknische oder Fahrweg suchen). Eine knackige Tour, bei der einem im Aufstieg nichts geschenkt wird (Einstieg durch unangenehme Fichtendickung, 30 Hm). Die Abfahrt ist daf\u00fcr bei hoher Schneelage (meist Dezember bis Januar) ein Erlebnis f\u00fcr jeden, der unkonventionelle Routen liebt \u2013 Spr\u00fcnge \u00fcber quer liegende Baumst\u00e4mme inklusive.<\/p>\n<p>Im Norden steht als breiter \u201eWalr\u00fccken&#8220; die erw\u00e4hnte Benediktenwand mit der vom Staffel nicht sichtbaren, eher konventionellen (mit 20-min\u00fctigem Flachst\u00fcck) und dennoch unverdient selten befahrenen nordwestseitigen Abfahrt. Davor ragt keck der kleine Hirschh\u00f6rndlkopf (1.514 m) auf, von dessen Gipfel eine Lawinenschneise gerade 450 H\u00f6henmeter nach S\u00fcden herunterpfeift. Der Anstieg auf dem Sommerweg ist unproblematisch, sofern man ihn nicht unten und oben abk\u00fcrzt. F\u00fcr die Abfahrt w\u00e4re Sp\u00e4twinterfirn ideal, zumal wenn Rinnenspezialisten bei gen\u00fcgend Schnee \u00fcber die untere Schrofenstufe brechen k\u00f6nnen, statt im unteren Drittel links \u00fcber den freien Steilhang auszuweichen. Nach dem Auslauf schl\u00e4gt man sich insgesamt leicht linkshaltend durch den Wald, um per Fahrweg nach Jachenau zur\u00fcckzurutschen. Im Nordosten ragen die im Sommer wie Winter beliebten Wald- und Wiesenr\u00fccken bzw. Schneisen- und Skiberge des eigentlichen Isarwinkels \u00fcber dem Lenggrieser Gemeindeteil Fleck auf: Sch\u00f6nberg (1.620 m) und <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=47.65000,11.65000\">Seekarkreuz<\/a> (1.601 m).<\/p>\n<p>Wir wollen heute vor dem Mittagessen noch eine Skitour einlegen. In aller Herrgottsfr\u00fche fummeln wir also in bei\u00dfender K\u00e4lte trotz Sp\u00e4twinter mit steifen Fingern an unseren Skistiefeln und Fellen herum und starten dann vom Flecker Parkplatz durch. An der Abzweigung zum Sch\u00f6nberg gleiten wir gerade weiter unter der Alpelwand hoch zum Alpel-H\u00fcttchen. Hier wird es richtig steil und hier h\u00f6rt die Verhauerspur unserer Vorg\u00e4nger auf. Durch tiefen Altpulver spure ich raschelnd zwischen Stock und Hang die sich verbreiternde Schneise linkshaltend hinauf \u2013 als pl\u00f6tzlich die Sonne \u00fcber den Sch\u00f6nberg lugt und die unber\u00fchrte Fl\u00e4che ringsum in ein glitzerndes Meer aus Schneekristallen verwandelt. Dampfend wie Pferde stehen wir endlich am Seekarr\u00fccken und nehmen den Gipfel noch mit. Erst dort wimmelt es von Skispuren, denn das kleine, aber vielf\u00e4ltige Tourengebiet ums Seekarkreuz wird normalerweise von hinten, n\u00e4mlich der Winterstube im Wei\u00dfachtal aus angegangen. Bei der Abfahrt dreht Roland etwas oberhalb unseres \u201eAusstiegs\u201c ohne anzuhalten in die hier 40\u00b0 steile Schneise ein und bricht johlend hinab. \u201eDu, wir sind noch gut in der Zeit, pack\u2019 ma auch den Sch\u00f6nberg!\u201c, meint der konditionsstarke Mountainbiker an einem links abzweigenden Fahrweg, als ich ihn wieder erreiche. Diesmal haben wir bereits eine Spur und stehen um halb Zw\u00f6lf am kreuzlosen Gipfel des Sch\u00f6nbergs. \u201eDer Nordhang hat noch keine Befahrung, nehmen wir vorsichtshalber oben die Waldeinfahrt&#8220;, sage ich und schon rast Roland wieder los, wedelt mit weithin schallenden Juchzern durch den staubenden Pulver, bis der Wald ihn etwas in seinem Bewegungsdrang bremst. Zwar hat er es nicht ganz zum Mittagessen geschafft, aber seine Frau hat es ihm warm gehalten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Isarwinkel in den Bayerischen Alpen ist bekannt und beliebt wegen seiner flachen Almr\u00fccken, die man durch relativ steilen Wald auf h\u00e4ufig relativ schlechten Wegen erreicht. Konditioneller und emotionaler H\u00f6hepunkt ist daher die eindrucksvolle Benediktenwand (1.801 m). Im Winter liegen die H\u00f6hepunkte mitten in den Steilw\u00e4ldern, die man im Sommer schnell durcheilt und allenfalls als [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":6923,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[258,241,35,960,1265,1266,688,541,689,209,821,55,63],"leadtext":"Im Isarwinkel gibt es viele Geheimtipps f\u00fcr Skitourengeher. 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