{"id":6705,"date":"2016-11-07T13:15:51","date_gmt":"2016-11-07T12:15:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=6705"},"modified":"2016-11-07T13:15:51","modified_gmt":"2016-11-07T12:15:51","slug":"tegernseer-berge-wanderungen-und-schneeschuhtouren-fuers-gemuet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/inspiration\/tegernseer-berge-wanderungen-und-schneeschuhtouren-fuers-gemuet\/","title":{"rendered":"Tegernseer Berge: Wanderungen und Schneeschuhtouren f\u00fcrs Gem\u00fct"},"content":{"rendered":"<p>Fr\u00fchsommer und Sp\u00e4therbst \u2013 das sind die Jahreszeiten, zu denen die M\u00fcnchner und Einheimischen in Scharen an den 653 Meter niedrigen <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/auf-in-die-neue-saison-fruehlingswandern-am-tegernsee\/\">Tegernsee<\/a> dr\u00fccken. Mit Recht: Die kurz als \u201ePrei\u00dfn\u201c titulierten Touristen hocken dann weit weg \u00fcber ihrer Arbeit und die Berge um den Tegernsee sind nicht mehr beziehungsweise noch nicht verschneit. Denkt die Unschuld! In Wirklichkeit kann auf der Gipfelalm der vom Ort Tegernsee angegangenen Neureuth (1.263 m) bereits Schnee liegen, der den Beginn der Rodelsaison auf der im Wald versteckten Rodelbahn mit ihren haarstr\u00e4ubenden Kurven ank\u00fcndigt. Wer nicht im \u00fcberf\u00fcllten Gasthaus mit Sicht \u00fcber die Tegernseer Berge einkehren will, der marschiert \u2013 eventuell mit angelegten Gamaschen \u2013 zur\u00a0<a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=47.72389,11.79556\">Gindelalmschneid<\/a> (1.335 m) und kehrt anschlie\u00dfend bei der urigen Gindelalm ein. Mit freier Sicht auf die schneebetupften Felsgipfel des Mangfallgebirges vom Hinteren Sonnwendjoch bis zum Wendelstein geht es abw\u00e4rts zur Kreuzbergalm und auf einer Forststra\u00dfe zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Weniger Kondition, aber daf\u00fcr mehr Schwindelfreiheit ben\u00f6tigt man f\u00fcr eine Bergwanderung auf den Risserkogel \u2013 sofern man in einer Kabine der Wallbergbahn von Rottach-Egern auff\u00e4hrt. Sobald gen\u00fcgend Schnee liegt, verl\u00e4uft auf dem Wander-Fahrweg an der Nordseite des Wallbergs die l\u00e4ngste Rodelbahn Deutschlands. Und die nicht mehr pr\u00e4parierte Piste am Glaslhang bietet neben anspruchsvolleren Schneisen im lichten Steilwald geniale Freeriding-M\u00f6glichkeiten. Von der Bergstation f\u00fchrt ein Kammweg aussichtsreich und ausgesetzt \u00fcber diverse Zwischengipfel zum Risserkogel, der im Fr\u00fchwinter auch mit Schneeschuhen interessant w\u00e4re. Aber Achtung, hier gibt es Wechten.<\/p>\n<p>Brutal prallt der Blick im S\u00fcden auf die Nordw\u00e4nde von Rofan und Guffertspitze, w\u00e4hrend sich im Norden die senkrecht gestellten Platten des Blankensteins hinter einer Einsattelung erheben. W\u00e4hrend der Revisionszeit der Wallbergbahn muss man wohl oder \u00fcbel hierher aufsteigen und zwar vom Parkplatz an der Stra\u00dfe Richtung Suttenbahn kurz vor der Monialm. F\u00fcr den etwas m\u00fchsamen Aufstieg via Sieblialm (wo man sich im Sommer wassergek\u00fchltes Bier und Milch nehmen kann) entsch\u00e4digt am Seesattel der Blick in die Schneeb\u00f6den: \u00dcber einem See\u00e4uglein ragt wie der Bug eines Schiffes der Ostgrat des Plankensteins auf, w\u00e4hrend links die d\u00fcstere Nordflanke des Risserkogels aufragt. Die steile Querung von hier zum Blankensteinsattel kann bei Schneelage den Einsatz von Gr\u00f6deln erfordern \u2013 will man nicht bis zum See abrutschen. Am Sattel stellt sich heraus, dass der von hier aus felsige Aufstieg zum <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=47.63806,11.80417\">Risserkogel<\/a> trotz einem Drahtseil Trittsicherheit erfordert (etwa 750 Hm und 2,5 Stunden Gehzeit).<\/p>\n<p>Wendet man den Blick zum Blankenstein, werden bei sch\u00f6nem Wetter in seinen S\u00fcdw\u00e4nden zu fast jeder Jahreszeit bunte Punkte sichtbar sein: Der Blankenstein ist eines der edelsten Sportkletterreviere der gesamten Bayerischen Voralpen. Selbst der \u201eNormalweg\u201c zum Gipfel erfordert Kletterei im zweiten Schwierigkeitsgrad, die \u00fcbrigens recht genussvoll ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Ein anderes Kaliber als der Risserkogel ist die <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=47.58333,11.78333\">Halserspitze<\/a> (1.862 m), in ganz Bayern bekannt durch den im M\u00fcnchner G\u00e4rtnerplatztheater aufgef\u00fchrten Evergreen \u201eDer Boandlkramer\u201c. An die 1.100 H\u00f6henmeter sind es zum Gipfel vom Startpunkt in Wildbad Kreuth neben der Hanns-Seidel-Stiftung, wo die Gro\u00dfkopferten der CSU die bayerische Politik auskarteln. Genial ist der auch hier trotz Drahtseil Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordernde Aufstieg durch die Wolfschlucht mit anschlie\u00dfender \u00dcberschreitung des aussichtsreichen Blaubergkamms zum Gipfel. Dominiert anfangs das Karwendelgebirge die Szenerie, l\u00e4uft der Blick bald an der Guffertspitze vorbei \u00fcber die Kitzb\u00fcheler bis zu den Berchtesgadener Alpen. Und hinten thront die wei\u00dfe Pyramide des Gro\u00dfvenediger. Ist auch der Blaubergkamm wei\u00df \u00fcberzuckert, sollte man lieber \u00fcber den Abstiegsweg mit dem Wei\u00dfenbachkopf aufsteigen und nach Gipfel und Blaubergkamm weitergehen Richtung Schildenstein. An dem vorbei l\u00e4sst sich \u00fcber Graseck und Geisalm bequem absteigen.<\/p>\n<p>Der Schildenstein selbst wird recht gerne im Winter bei Neuschnee begangen \u2013 vorzugsweise auf Skiern, obwohl die Abfahrt nicht gerade lohnend ist. Lohnender ist das Erlebnis zweifellos mit der leichteren Ausr\u00fcstung eines <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/die-richtige-technik-beim-schneeschuhwandern\/\">Schneeschuhgehers<\/a>. Die vom Wei\u00dfachtal bei der Winterstube herauf f\u00fchrende Rodelbahn und den Hatscher zur bewirteten K\u00f6nigsalm kann man seine Schneeschuhe tragen, dann muss man sich allerdings gute 400 H\u00f6henmeter auf den \u201eFu\u00dfvergr\u00f6\u00dferungen\u201c hochschinden (sofern nicht jemand vorher \u00fcberbreite Tritte in den Tiefschnee gelegt hat). Oben wartet ein plateauartig weiter Kamm mit parkartig lichtem Baumbestand, der einem die Qual der Wahl bietet: rechts zum h\u00f6chsten Punkt des Plattenecks (1.618 m), links auf den nicht ganz einfachen Schildenstein (1.613 m). Oder an dem vorbei in unber\u00fchrter Winterlandschaft weiterschweben, sausteil hoch zur Blaubergalm tigern \u2013 und den Blaubergkamm nach Gusto und Uhrzeit auslaufen.<\/p>\n<p>Nordwestlich erhebt sich neben dem kleinen Leonhardstein (1.452 m) eine k\u00fchne Felswand \u00fcber dem Wei\u00dfachtal, das Sportkletterparadies des Buchsteins (1.701 m). Aus dem Wei\u00dfachtal kann man hinter Bayerwald s\u00fcdseitig bisweilen noch in der Dezembersonne ohne Schneeber\u00fchrung hierher aufsteigen und dem wenige Meter niedrigeren Zwilling des Ro\u00dfsteins aufs Haupt kraxeln. Die dazwischen wie ein Adlerhorst eingebettete, ab Mitte Oktober geschlossene <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/die-schoensten-berghuetten-der-alpen\/\">Tegernseer H\u00fctte<\/a> ist eines der beliebtesten Fotomotive der Bayerischen Alpen und im Sommer ein genialer \u00dcbernachtungsplatz. Daf\u00fcr hat die n\u00f6rdlich unterm Gipfelaufbau kauernde Buchsteinh\u00fctte nur ab Mitte November f\u00fcr einen Monat geschlossen bis die ersten Winterwanderer von der Winterstube heraufkommen. Die <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/diese-alpenhuetten-haben-auch-im-winter-geoeffnet\/\">Unterkunftsh\u00fctte<\/a> am gegen\u00fcber kahl aufragenden Hirschberg (1.670 m) schlie\u00dft sogar nur \u00fcber Weihnachten (und im April) die Tore, steht also im Sp\u00e4therbst wie Winter Wanderern und Schlittenfahrern offen. Neben deren Ausgangspunkt Scharling steigen z\u00fcnftige Bergsteiger von Point aus \u00fcber eine Piste mit Skiern auf, sobald sich der erste Schnee gesetzt hat.<\/p>\n<p>N\u00f6rdlich des Hirschbergs zieht sich eine Piste ganz anderer Art von Bad Wiessee zur Wirtschaft Aueralm auf dem Buchetskogel (1.269 m): Nach Aufstieg \u00fcber den Sonnbichl wandert man durch eine Waldschneise \u00fcber einen H\u00f6henzug zur freien Waxlmoosalm, um bald danach per Forststra\u00dfe die dampfige Geborgenheit des Gasthauses zu erreichen. Im Winter ist die Strecke zur Forststra\u00dfe breit ausgewalzt, damit man per Ski aufsteigen und nach Genuss einiger Ma\u00df Bier und Schn\u00e4pse wieder heruntereiern kann. Zwar ist diese lange Flachpiste f\u00fcr Wanderer gesperrt, aber f\u00fcr eine Schneeschuhtour auf den <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=47.68389,11.65167\">Fockenstein<\/a> (1.564 m) hinter der Aueralm ist sie genau der richtige, kraftsparende Einstieg \u2013 besonders f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Gruppen, die nebeneinander her gehen wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fchsommer und Sp\u00e4therbst \u2013 das sind die Jahreszeiten, zu denen die M\u00fcnchner und Einheimischen in Scharen an den 653 Meter niedrigen Tegernsee dr\u00fccken. Mit Recht: Die kurz als \u201ePrei\u00dfn\u201c titulierten Touristen hocken dann weit weg \u00fcber ihrer Arbeit und die Berge um den Tegernsee sind nicht mehr beziehungsweise noch nicht verschneit. Denkt die Unschuld! In [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":6706,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[258,241,324,59,50,671,504,688,541,875,821,55,63,510],"leadtext":"Im Winter locken die Berge rund um den Tegernsee mit verschneiten Landschaften und tollen Aussichten von den Gipfeln.","subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kompass.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6705"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kompass.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kompass.de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kompass.de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/20"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kompass.de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6705"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.kompass.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6705\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kompass.de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6706"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kompass.de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kompass.de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kompass.de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}