{"id":6697,"date":"2018-01-12T14:10:41","date_gmt":"2018-01-12T13:10:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=6697"},"modified":"2019-02-01T11:46:20","modified_gmt":"2019-02-01T10:46:20","slug":"silvretta-das-ideale-skitourenrevier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/inspiration\/silvretta-das-ideale-skitourenrevier\/","title":{"rendered":"Silvretta: Das ideale Skitourenrevier"},"content":{"rendered":"<p>Weite wei\u00dfe Gletscherfl\u00e4chen gef\u00fcllt mit wuselnden Skialpin-Begeisterten k\u00f6nnen nichtsdestotrotz meist hintenherum per Ski bestiegen werden: Die <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/reich-der-dreitausender-skitouren-in-der-silvretta\/\">Silvretta<\/a> ist mit ihren meist leichten Genussabfahrten in alpiner Umgebung die klassische <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/skitourenkarte\/\">Skihochtourenregion<\/a>, wo man ab den erstiegenen Gipfeln bis zur H\u00fctte unbeschwert hinabschwingen kann.<\/p>\n<p>Die H\u00fcttenzustiege auf der \u00f6sterreichischen Nordseite der Silvretta ziehen sich notorisch in die L\u00e4nge und sind nach Neuschneef\u00e4llen und im Fr\u00fchjahr lawinengef\u00e4hrdet. Die H\u00fctten selbst sind im Sp\u00e4twinter (also von M\u00e4rz bis Mai) regelm\u00e4\u00dfig belegt, weshalb man zumindest an Wochenenden und zu Urlaubszeiten <strong>unbedingt vorbestellen<\/strong> sollte. Die\u00a0Skirouten in der Region besitzen eher alpines Flair \u2013 aber irgendein Sch\u00e4rtlein, das der Drohgeb\u00e4rde des Bergs ein Schnippchen schl\u00e4gt, findet sich (fast) immer, so dass es meist in gem\u00e4chlicher Neigung zum abschlie\u00dfenden Gipfelsteilhang geht. Die beiden h\u00f6chsten Berge des zentralalpinen Gebirges, die flache Felspyramide des Piz Linard (3.411.m) in der Schweiz und das steile, dreigipflige Trapez des Fluchthorns (3.399 m, II; von Jamtal- und Heidelberger H\u00fctte) mit seiner Steilrinne f\u00fcr Abfahrtsk\u00f6nner, stellen eher ein alpines Unterfangen als eine Skitour dar.<\/p>\n<h4>M\u00e4\u00dfige Lawinengefahr<\/h4>\n<p>Abgesehen von den Zustiegen und eventuellen Gipfelsteilh\u00e4ngen herrscht an den meisten Silvretta-Skibergen eine nur m\u00e4\u00dfige <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/basiswissen-kann-im-notfall-leben-retten\/\">Lawinengefahr<\/a>. Trotz der spaltenlos erscheinenden Gletscher sollte man bei einigen Aufstiegen wie dem zur Augstenspitze aber vorsichtshalber Gletscherausr\u00fcstung mitnehmen und den H\u00fcttenwirt fragen. Die Tourenl\u00e4ngen der auch f\u00fcr Skihochtouren-Anf\u00e4nger geeigneten Silvretta sind mit maximal f\u00fcnf Kilometern, rund drei Stunden Gehzeit sowie zwischen 600 und h\u00f6chstens 1.100 H\u00f6henmetern ertr\u00e4glich. Allerdings verlangen die interessanteren Unternehmungen im Gipfelbereich h\u00e4ufig einfache Kletterf\u00e4higkeiten (I-II), Schwindelfreiheit oder sicheren Stand auf den Skiern. Die wenigen Steiltouren wie die anspruchsvollen Routen auf Schnapfenspitze und Haagspitze erfordern daneben auch einiges Aufstiegs- und Abfahrts-K\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Genu\u00dftour mit Alpineinschlag: Augstenspitze<\/h4>\n<p>Eine Spezialit\u00e4t der Silvretta sind <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/was-ist-eigentlich-skitourengehen\/\">Skitouren<\/a> \u201evon hinten durch die Brust ins Auge\u201c. Bestes Beispiel ist der von vorne fast unnahbare Augstenberg, dem man in weitem Bogen aufs Dach steigt. Trotz seiner indirekten Routenf\u00fchrung und einer kurzen Zwischenabfahrt bietet die N\u00f6rdliche Augstenspitze (3.228 m) eine Genu\u00dftour mit leicht untersch\u00e4tztem Alpineinschlag.<\/p>\n<p>Von der kompakten steinernen H\u00fctte steigt man in der Morgensonne frontal auf die dunklen Augstenk\u00f6pfe zu. Die Sonne l\u00e4sst den Pulver glitzern, die Spurarbeit den Kreislauf in Schwung bringen, die K\u00e4lte die Nasen laufen&#8230; Bucklige Konturen der gletschergeformten Landschaft zeichnen sich zart vor dem Hintergrund der Vorderen Jamspitze und der Dreil\u00e4nderspitze ab, wenn man \u00fcber eine Art Rampe Richtung Chalausferner gleitet. Die Chalausscharte schneidet ein Dreieck aus dem Himmel, in dem pl\u00f6tzlich das Ortlermassiv her\u00fcberlugt. Auf der hier beginnenden, sonnigen Schweizer Seite der Tour sind Harscheisen durchaus empfehlenswert. In elegantem Bogen quert man hin\u00fcber zu dem heimlich, still und leise umgangenen Berg, spurt schnaufend und dampfend hinauf zum anfangs kaum sichtbaren Augstensattel und w\u00fchlt sich die letzten Meter zu Fu\u00df zum Hauptgipfel durch.<\/p>\n<p>Im Nordosten prallt der Blick von der breiten, mit Schneerinnen durchsetzten Felsflanke des m\u00e4chtigen Fluchthorns ab, der \u201eNormalweg\u201c. Im Osten beherrscht die Pyramide des Muttler, das zollfreie Samnaun und dahinter bohrt sich die \u00d6tztaler Wei\u00dfkugel in die Atmosph\u00e4re. In weichem Rhythmus schwebt man durch den Tiefschnee, zeichnet mit kaum angedeutetem Knieeinsatz elegante Schl\u00e4ngellinien in das wei\u00dfe Schneetuch des Augstenbergs. Wie in einem Brennglas werden die Strahlen der Mittagssonne vom Kessel des Vadret de Chalaus geb\u00fcndelt, wenn man schwitzend im T-Shirt um den Firnspitz an der Scharte \u201etreppelt\u201c. Die Frage einer Direktabfahrt vom Chalaus-Ferner ins Jamtal entscheidet man wegen des abschlie\u00dfenden Mor\u00e4nen-Steilhangs meistens zugunsten einer z\u00fcgigen Querungsfahrt entlang der Aufstiegsspur hinab zur Sonnenterrasse der Jamtalh\u00fctte.<\/p>\n<h4>Der sanfte Teil der Silvretta<\/h4>\n<p>Wer Silvretta h\u00f6rt, der sieht lange H\u00fcttenzustiege und weite Gletscherfl\u00e4chen. Diesem Klischee entspricht im Tourengebiet der Heidelberger H\u00fctte nur der lange Zustiegshatscher durch das Fimbatal, dem man aber mit dem Pistenbully des H\u00fcttenwirts ein Schnippchen schlagen kann. Ansonsten sind die um das flache Tal gruppierten Berge mit ihren meist m\u00e4\u00dfig geneigten H\u00e4ngen ohne Gletscher und gr\u00f6\u00dfere Lawinengefahr ideal f\u00fcr ein verl\u00e4ngertes Tourenwochenende geeignet \u2013 wenn auch bei Nebel Orientierungsf\u00e4higkeit gefragt ist.<\/p>\n<p>Vom alles \u00fcberragenden Gipfel des Fluchthorns (3.399 m) aus wirkt das Fimbatal oberhalb der Heidelberger H\u00fctte wie ein weiter, rundum in sanften Wellen ansteigender Teller. Von dem dreist\u00f6ckigen Steinhaus aus dagegen ragen die hell-dunkel gescheckten Pfeiler des zweith\u00f6chsten Bergmassivs der Silvretta wie eine drohende Nemesis in den vergl\u00fchenden Abendhimmel, w\u00e4hrend gegen\u00fcber die kurzen, aber rassigen Skih\u00e4nge der Hausberge vom Piz da Val Gronda bis zum Piz Davo Lais mit zartrosa Schmelz \u00fcberzogen sind: In diesem \u00fcberwiegend westseitigen Revier kann man f\u00fcr die meisten Routen ausschlafen.<\/p>\n<p>Die alpin angehauchte Spritztour zum r\u00e4toromanischem Zungenbrecher des Ils Calcuogns lohnt sich am ehesten, wenn man dessen Steilflanke bis zur H\u00fctte abwedeln kann. Oder wenn man den Berg als Trainingseinheit f\u00fcr den Piz Tasna ansieht, mit 3.179 Metern und sagenhafter Aussicht dem h\u00f6chsten und sch\u00f6nsten, wenn auch langwierigsten Gipfel im Revier. Kondition allein reicht dort allerdings nicht: Der Gipfelgrat ist steil, ausgesetzt und je nach Verh\u00e4ltnissen kombiniert, blockig oder vereist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Plane jetzt Deine Tour in der Silvretta mit unserer interaktiven <a href=\"https:\/\/www.kompass.de\/wanderkarte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Online-Wanderkarte<\/a>!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weite wei\u00dfe Gletscherfl\u00e4chen gef\u00fcllt mit wuselnden Skialpin-Begeisterten k\u00f6nnen nichtsdestotrotz meist hintenherum per Ski bestiegen werden: Die Silvretta ist mit ihren meist leichten Genussabfahrten in alpiner Umgebung die klassische Skihochtourenregion, wo man ab den erstiegenen Gipfeln bis zur H\u00fctte unbeschwert hinabschwingen kann. 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