{"id":6290,"date":"2016-09-26T12:40:53","date_gmt":"2016-09-26T11:40:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=6290"},"modified":"2016-09-26T12:40:53","modified_gmt":"2016-09-26T11:40:53","slug":"wandern-auf-dem-jakobsweg-in-spanien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/inspiration\/wandern-auf-dem-jakobsweg-in-spanien\/","title":{"rendered":"Wandern auf dem Jakobsweg in Spanien"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben die besten Tipps zusammengetragen, die euch das Leben auf dem Jakobsweg, das durchaus seine eigenen Regeln hat, erleichtern und euch helfen wird, die vielen Kilometer gesund und munter hinter euch zu bringen. Vergegenw\u00e4rtigt euch sich immer, dass euer Vorhaben, den Camino zu begehen, etwas anderes ist als eine gew\u00f6hnliche Sonntagswanderung. Plant daher aus Zeit-Gr\u00fcnden nicht drei\u00dfig Kilometer pro Tag, wenn eure Kondition vielleicht nur zwanzig hergibt. Und bedenkt bei euren Zeitberechnungen, dass man auf den letzten Tages-Kilometer oft langsamer l\u00e4uft.<\/p>\n<h4>Das Credencial<\/h4>\n<p>Besorgt euch ein \u201eCredencial\u201c bei einer der Jakobusgesellschaften, zum Beispiel bei der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft in Aachen oder einer der anderen Jakobusgesellschaften oder sp\u00e4testens an der spanischen Grenze. Das ist ein t\u00e4glich in den Albergues abzustempelndes Wanderpapier, das euch als Peregrino\/a ausweist. Versucht erst gar nicht, ohne dieses Papier in die sehr preiswerten Herbergen, genannt Albergues (etwa sechs bis zehn Euro pro Nacht, manchmal sogar kostenlos) hineinzukommen.<\/p>\n<h4>Gewicht des Rucksacks<\/h4>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/wanderrucksack-richtig-packen\/\">Rucksack<\/a> sollte voll gepackt nicht mehr als h\u00f6chstens acht bis zehn Kilogramm wiegen. Unterwegs kommen unvermeidlich noch mal zwei oder drei Kilo durch Wasser und Verpflegung hinzu. Das dr\u00fcckt auf Schultern, Wirbels\u00e4ule, Knie und F\u00fc\u00dfe. Also jedes Gramm einsparen. Ganz ernsthaft: Jedes Gramm! Was ihr nicht wirklich ben\u00f6tigt, bleibt zu Hause! Eure Gesundheit, speziell eure F\u00fc\u00dfe und der R\u00fccken, werden es euch danken. Ihr ben\u00f6tigt zwei S\u00e4tze Kleidung, falls ihr noch Platz im Rucksack habt, besser sogar drei. Eine Garnitur tragt ihr am K\u00f6rper, zwei S\u00e4tze kommen in den Rucksack. Mehr nicht, denn ihr werdet unterwegs die M\u00f6glichkeit haben, eure Klamotten zu waschen. Achtet einfach auf eine wetterfeste, leichte und platzsparende Kleidung. \u00dcberfl\u00fcssig sind Stra\u00dfenschuhe. Einfache (und damit leichtere) wasserfeste Latschen, geeignet f\u00fcr die Dusche, tun es nach Ende des Wandertages auch.<\/p>\n<h4>Praktische Kleinigkeiten<\/h4>\n<p>Zwei (nicht ein!) l\u00e4ngenverstellbare St\u00f6cke. Sie helfen in Furten und halten beim Gehen die gesamte Oberk\u00f6rpermuskulatur in Bewegung. Ihr werdet sehen, eure Finger schwellen nicht mehr an (Wasseransammlungen). Sonst sind sie abends regelm\u00e4\u00dfig dick&#8230; Schon einmal darauf geachtet?<\/p>\n<p>Ein, zwei P\u00e4ckchen Toilettenpapier w\u00e4ren nicht schlecht, falls \u201ees\u201c einen unterwegs einmal \u00fcberkommt. Au\u00dferdem: Nicht in jeder Herberge gibt es Papier. Es reicht ein Notvorrat. W\u00e4scheklammern, sind n\u00f6tig! Denkt daran: Ihr wascht t\u00e4glich, mindestens alle zwei Tage. Ein Dutzend Plastikklammern und eine f\u00fcnf Meter lange, d\u00fcnne Plastikkordel als Leine. Praktisch am Rucksack sind vier oder sechs metallene Gardinenklammern. An denen kann man alles M\u00f6gliche befestigen, etwa vor\u00fcbergehend den Hut, ein Paar noch feuchte Str\u00fcmpfe, ein nasses Handtuch, ein gewaschenes Hemd\u2026 Geschirr bleibt zu Hause, aber ein Klappmesser und vielleicht ein Alu-Becher sind praktisch im Gep\u00e4ck.<\/p>\n<h4>Handt\u00fccher<\/h4>\n<p>Mitnehmen muss man auch Handt\u00fccher. Frottee ist jedoch schlecht, da erstens schwer und zweitens nur langsam trocknend. Nehmt stattdessen Fleece: Das wiegt fast nichts und ist am n\u00e4chsten Morgen trocken. In Hotels sind zwar Handt\u00fccher vorhanden, in jedoch Albergues nicht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6292\" aria-describedby=\"caption-attachment-6292\" style=\"width: 1500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6292 size-full\" src=\"http:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Artikel_News_Wandern-auf-dem-Jakobsweg-in-Spanien_02.jpg\" alt=\"Auch auf dem Jakobsweg sollte man den Rucksack so leicht wie m\u00f6glich packen\" width=\"1500\" height=\"851\" srcset=\"https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Artikel_News_Wandern-auf-dem-Jakobsweg-in-Spanien_02.jpg 1500w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Artikel_News_Wandern-auf-dem-Jakobsweg-in-Spanien_02-300x170.jpg 300w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Artikel_News_Wandern-auf-dem-Jakobsweg-in-Spanien_02-768x436.jpg 768w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Artikel_News_Wandern-auf-dem-Jakobsweg-in-Spanien_02-1024x581.jpg 1024w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Artikel_News_Wandern-auf-dem-Jakobsweg-in-Spanien_02-1280x726.jpg 1280w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Artikel_News_Wandern-auf-dem-Jakobsweg-in-Spanien_02-720x408.jpg 720w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Artikel_News_Wandern-auf-dem-Jakobsweg-in-Spanien_02-480x272.jpg 480w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Artikel_News_Wandern-auf-dem-Jakobsweg-in-Spanien_02-32x18.jpg 32w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6292\" class=\"wp-caption-text\">iStockphoto.com\/focalmatter<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Schuhwerk f\u00fcr die lange Wanderung<\/h4>\n<p>Die Meinungen sind geteilt: Besonders junge Leute nehmen gern Sandalen, \u00e4ltere Wanderprofis tragen meistens kn\u00f6chelhohe High-Tech-Stiefel. Es macht wenig Spa\u00df, verschlammte, von K\u00fchen zertrampelte und verdreckte Hohlwege oder felsige Bergstrecken in Stra\u00dfenschuhen oder Riemchentretern begehen zu m\u00fcssen. Turnschuhe sind sowieso auf steinigen Wegen bald durchgelaufen und dann Schrott. Vor allen Dingen sch\u00fctzen kn\u00f6chelhohe Wanderstiefel oftmals vor Umknicken beim Stolpern\u00a0\u2013 und das allein ist schon ein unbedingter Grund. Auch hier gilt: Teuerstes High-Tech-Schuhwerk ist billiger als eine unvorhergesehene R\u00fcckreise wegen verstauchter F\u00fc\u00dfe oder gebrochener Kn\u00f6chel. Kauft die Stiefel etwas gr\u00f6\u00dfer als eure Schuhgr\u00f6\u00dfe und polstert sie dann mit zwei \u00fcbereinander gelegten Kohlefasersohlen aus. Es ist ratsam, sich im spezialisierten Sportgesch\u00e4ft zu informieren. Das gilt auch f\u00fcr die Str\u00fcmpfe, die zum Langstreckenwandern andere Qualit\u00e4ten haben m\u00fcssen als zum Stadtspaziergang.<\/p>\n<h4>Wasservorrat<\/h4>\n<p>Was ihr dringend braucht, ist <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/trinkwasser-in-den-bergen-wasseraufbereitung-auf-wanderungen\/\">gen\u00fcgend Wasservorrat<\/a> f\u00fcr unterwegs. Ihr solltet mit zwei bis drei Litern rechnen, denn ihr schwitzt auf eurer Wanderung Unmengen Fl\u00fcssigkeit aus. Wenn ihr diese nicht zeitnah ersetzt, seid ihr mit eurer Kondition viel schneller am Ende. Eine kleine 0,2-Liter-Flasche n\u00fctzt auf einer zwanzig Kilometer langen Etappe ohne Wasserstelle nicht viel. Ohne ausreichend Fl\u00fcssigkeitszufuhr seid ihr weniger leistungsf\u00e4hig, als ihr es sein k\u00f6nntet und bei Hitze kann das lebensbedrohlich werden. Nehmt aus Gewichtsgr\u00fcnden eine leichte Trinkflasche eurer Wahl mit. Ein leichter, kleiner Becher dazu ist praktisch, um unterwegs aus den Brunnen zu trinken.<\/p>\n<h4>Zus\u00e4tzliche Ausr\u00fcstung<\/h4>\n<p>Extrem wichtig: Heller Hut + Sonnencreme gegen die mitunter erbarmungslose spanische Sonne sowie vielleicht noch ein Gore-Tex-Regenhut mit breiter Krempe. Zwei Tage Schn\u00fcrlregen machen ohne wasserdichte Kopfbedeckung noch weniger Spa\u00df als solch ein Regentag ohnehin. Au\u00dferdem sollte eurer moderner Tourenrucksack einen Regenschutz (Raincover) haben. Es ist schlimm, wenn abends der Schlafsack durchn\u00e4sst ist! Packt den Schlafsack sicherheitshalber zus\u00e4tzlich in eine stabile Plastikt\u00fcte, so bleibt er garantiert trocken.<\/p>\n<p>Wichtig ist auch eine Jacke f\u00fcr die verregneten Tage. Federleicht und wind- und wasserdicht, so soll sie sein. Ein leichter Poncho ist bei Dauerregen nicht zu verachten. Aber leicht muss er sein und atmungsaktiv sollte er sein. Gerade an warmen Tagen, wenn es zu regnen anf\u00e4ngt, ist es unter einer geschlossenen Jacke oft zu hei\u00df und man f\u00e4ngt an zu schwitzen.<\/p>\n<h4>Wanderapotheke<\/h4>\n<p>In eurer Wanderapotheke sollten unter anderem eine elastische Binde mit Klammern, mehrere Blasenpflaster, Fu\u00dfpilzmedikament, Schmerzmittel und Durchfallmedikament sowie pers\u00f6nliche Pillen vorhanden sein. Auch hier gilt nat\u00fcrlich: Nichts \u00dcberfl\u00fcssiges einpacken. Apotheken gibt es in Spanien reichlich, selbst in kleineren Orten wenn nat\u00fcrlich auch nicht in jedem Dorf.<\/p>\n<h4>Telefon<\/h4>\n<p>\u00d6ffentliche Telefone, an denen man mit 50-Cent-M\u00fcnze, der L\u00e4ndervorwahl, z.B. 0049 + Ortsvorwahl ohne Null + Rufnummer telefonieren kann, gibt es in Spanien reichlich. Daher kann man das Handy (+ Gewicht des Ladeger\u00e4ts!) am besten zu Hause lassen. Andererseits k\u00f6nnet ihr mit einem Handy bei einem Sturz oder einem anderen Unfall in der Wildnis um Hilfe rufen. Den Notruf erreicht ihr \u00fcberall in Spanien unter 112.<\/p>\n<h4>Orientierung<\/h4>\n<p>Der Jakobsweg ist so gut markiert, dass jegliches Navigationsger\u00e4t \u00fcberfl\u00fcssig erscheint und man das Gewicht ruhig sparen kann. Der <a href=\"http:\/\/shop.kompass.de\/kompass-karten\/wandern\/jakobsweg-spanien-kompass-wanderfuehrer-wf-5912-wanderfuehrer_pid_937_56568.html?utm_source=k-andere&#038;utm_medium=text&#038;utm_campaign=kompass-portal\">KOMPASS-Wanderf\u00fchrer Jakobsweg (Spanien)<\/a> mit seinen Wegebeschreibungen und Wanderkarten sollte reichen, ist allerdings auch wegen der Infrastrukturangaben wichtig. Wenn ihr im Gel\u00e4nde einmal nicht wisst, ob ihr rechts oder links gehen sollt, betrachte\u00b4t aufmerksam den Boden. Die Abdr\u00fccke von Wanderschuhen und Fahrradreifen weisen in den meisten F\u00e4llen unweigerlich in die richtige Richtung.<\/p>\n<h4>Anreise zum Jakobsweg<\/h4>\n<p>Sofern ihr nicht nach Bilbao oder Toulouse, oder auch Pamplona fliegen wollt, nehmt ihr den ICE + Thalys nach Paris, fahrt dort mit der Metro oder einem Taxi f\u00fcr wenig Geld zum Gare d&#8217;Austerlitz, besteigt den reservierungspflichtigen Nachtschnellzug nach Pau und steigen dort in einen Regionalzug nach Oloron-Ste.-Marie. Vor dem Bahnhof wartet schon ein Bus zum Somport-Pass. Das Ticket daf\u00fcr gibt es im Bus. Dieser bringt euch f\u00fcnfunff\u00fcnfzig Kilometer weit zur Grenze in 1.640 Metern H\u00f6he, sofern ihr diese H\u00f6he nicht selbst erklimmen wollen (etwa drei Tagesetappen). Nach St. Jean-Pied-de-Port steigt man in Bayonne aus (sowohl von Paris als auch von Toulouse kommend) und dort in den Regionalzug.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben die besten Tipps zusammengetragen, die euch das Leben auf dem Jakobsweg, das durchaus seine eigenen Regeln hat, erleichtern und euch helfen wird, die vielen Kilometer gesund und munter hinter euch zu bringen. Vergegenw\u00e4rtigt euch sich immer, dass euer Vorhaben, den Camino zu begehen, etwas anderes ist als eine gew\u00f6hnliche Sonntagswanderung. 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