{"id":5734,"date":"2016-08-04T09:05:23","date_gmt":"2016-08-04T08:05:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=5734"},"modified":"2016-08-04T09:05:23","modified_gmt":"2016-08-04T08:05:23","slug":"wattwanderung-spaziergang-auf-dem-meeresboden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/inspiration\/wattwanderung-spaziergang-auf-dem-meeresboden\/","title":{"rendered":"Wattwanderung: Spaziergang auf dem Meeresboden"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem Meeresboden wandern, das ist an der <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=54.67602,8.93363\">Nordseek\u00fcste<\/a> m\u00f6glich, denn zweimal pro Tag geht und kommt das Wasser. In st\u00e4ndigem Rhythmus f\u00e4llt der Meeresspiegel vom Hochwasser, Flut genannt, zum Niedrigwasser, der Ebbe. Ursache f\u00fcr diese Gezeiten, auch Tiden genannt, sind die Anziehungs- und Fliehkr\u00e4fte zwischen Erde, Mond und Sonne. Die Erde dreht sich in elliptischer Bahn mit einer Eigendrehung, der Mond ohne Eigendrehung um die Erde, beide zusammen um die Sonne herum. Dadurch entstehen Fliehkr\u00e4fte, die die Massen der Erdoberfl\u00e4che an der dem Mond abgewandten Seite nach au\u00dfen dr\u00fccken. Die Fl\u00e4chen, die bei Niedrigwasser trocken fallen, bezeichnet man als Watt, ein Begriff, der vom altfriesischen Wort &#8222;wad&#8220; (seicht, untief) abstammt.<\/p>\n<p>2009 wurde das Wattenmeer von der UNESCO zum <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/unesco-weltnaturerbe-die-einzigartigsten-orte-in-europa\/\">Weltnaturerbe<\/a> erkl\u00e4rt. Man kann es, unter Ber\u00fccksichtigung bestimmter Verhaltensregeln, selbst erkunden oder sich gef\u00fchrten Wattwanderungen anschlie\u00dfen.<\/p>\n<h4>Watt entdecken<\/h4>\n<p>Gibt das Wasser bei Ebbe den Meeresboden frei, kann man durch das Watt wandern. Hier leben zahllose Tiere, unter anderem Plattfische und Grundeln, W\u00fcrmer und Muscheln, Krabben und andere Krebse. Dieses Nahrungsangebot lockt bis zu siebzig Vogelarten an.<\/p>\n<p>Unspektakul\u00e4r sind die Pflanzen im Watt. Seegr\u00e4ser und Algen bleiben klein, damit der Wassersog sie nicht aus dem lockeren Sandboden rei\u00dft. Priele sind nat\u00fcrliche Wasserrinnen, die bei Flut und Ebbe gef\u00fcllt und geleert werden. Je nach Str\u00f6mung werden Sand und Schlick wegtransportiert oder angeliefert, so dass sich der Verlauf der Priele st\u00e4ndig verlagert.<\/p>\n<p>Am besten geht man barfu\u00df ins Watt. Vorher muss man sich jedoch unbedingt \u00fcber die Tidezeiten informieren. Tidekalender erh\u00e4lt man vor Ort bei den Tourist-Informationen.<\/p>\n<h4>Verhalten im Watt<\/h4>\n<p>Das Wandern im Watt ist nicht ungef\u00e4hrlich, weshalb einige Regeln befolgt werden m\u00fcssen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wattwanderungen nur bei Tage und nur bei ruhigem Wetter und guten Sichtverh\u00e4ltnissen durchf\u00fchren<\/li>\n<li>Niemals bei auflaufendem Wasser (Flut) eine Wattwanderung beginnen. G\u00fcnstiger Start: etwa zwei Stunden vor dem \u00f6rtlichen Niedrigwasser<\/li>\n<li>Nie allein, ohne Uhr und Kenntnis der Niedrigwasserzeit losgehen<\/li>\n<li>Die Zeit f\u00fcr den R\u00fcckweg berechnen, bevor man loswandert<\/li>\n<li>Geeignete Kleidung w\u00e4hlen wegen der Gefahr des Sonnenbran- des bzw. der Ausk\u00fchlung<\/li>\n<li>Bei Vermietern usw. ab- bzw. r\u00fcckmelden<\/li>\n<li>Nach Niedrigwasser keinen Priel zwischen sich und dem Festland lassen, da Priele bei Flut zuerst voll laufen und starke Str\u00f6mung haben<\/li>\n<li>Nicht in Prielen oder von Sandb\u00e4nken aus baden wegen der starken Str\u00f6mung<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Gef\u00fchrte Wattwanderungen und andere Exkursionen<\/h4>\n<p>An zahlreichen Stellen werden gef\u00fchrte Wattwanderungen angeboten, unter anderem auf Pellworm, von wo aus man zum Beispiel nach Hallig S\u00fcderoog oder zu Kulturspuren ehemaliger Siedlungen wandern kann. Auf Pellworm erkl\u00e4rt au\u00dferdem der Nationalpark-Ranger bei Seetierfangfahrten, was auf dem Meeresboden zu finden ist. In der <a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=54.48376,9.06006\">Husumer Bucht<\/a> werden von mehreren Stellen, beispielsweise von den Badestellen Husum-Dockkoog, Husum-Schob\u00fcll und Simonsberg-Lundenbergsand aus Besuchergruppen von Nationalpark-Wattf\u00fchrern beziehungsweise Nationalpark-Rangern ins Watt gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Nationalpark-Wattf\u00fchrer und die Schutzstation Wattenmeer bieten nicht nur Wattwanderungen, sondern auch Beobachtungen an den Rastpl\u00e4tzen der Zugv\u00f6gel oder an den Brutgebieten der Strandv\u00f6gel sowie Salzwiesenf\u00fchrungen an. Gef\u00fchrte Touren durch die Salzwiesen werden auch auf Nordstrand von der Schutzstation Wattenmeer angeboten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Meeresboden wandern, das ist an der Nordseek\u00fcste m\u00f6glich, denn zweimal pro Tag geht und kommt das Wasser. In st\u00e4ndigem Rhythmus f\u00e4llt der Meeresspiegel vom Hochwasser, Flut genannt, zum Niedrigwasser, der Ebbe. Ursache f\u00fcr diese Gezeiten, auch Tiden genannt, sind die Anziehungs- und Fliehkr\u00e4fte zwischen Erde, Mond und Sonne. 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