{"id":5714,"date":"2016-08-02T13:47:44","date_gmt":"2016-08-02T12:47:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=5714"},"modified":"2016-08-02T13:47:44","modified_gmt":"2016-08-02T12:47:44","slug":"nationalpark-gesaeuse-ruhe-in-der-natur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/inspiration\/nationalpark-gesaeuse-ruhe-in-der-natur\/","title":{"rendered":"Nationalpark Ges\u00e4use: Ruhe in der Natur"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als 99 % der Fl\u00e4che des\u00a0<a class=\"tour_destination_coord\" href=\"http:\/\/www.kompass.de\/touren-und-regionen\/touren\/?tour_destination_coord=47.56535,14.58726\">Nationalparks Ges\u00e4use<\/a> stehen im Eigentum der Steierm\u00e4rkischen Landesforste, der Rest sind \u00f6ffentliche Gew\u00e4sser und private Almen. Anteil am international anerkannten Nationalpark Ges\u00e4use haben die Gemeinden Johnsbach, Weng im Ges\u00e4use, Admont, Landl, Hieflau und St. Gallen, in der das Schutzgebiet an den Naturpark Eisenwurzen grenzt.<\/p>\n<p>Im Nordwesten des Nationalparks Ges\u00e4use, am Rande der ober\u00f6sterreichischen Pyhrn-Priel-Region, schlie\u00dfen sich weitere schroffe Kalkfelsen und ausgedehnte Waldgebiete an. Der 20 Kilometer lange Kamm des Sengsengebirges und die ber\u00fchmten Schluchten des Reichraminger Hintergebirges wurden ebenfalls zum Nationalpark erkl\u00e4rt. Dieser umfasst eine Fl\u00e4che von 20.825 ha und tr\u00e4gt den Namen <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/nationalpark-kalkalpen-oberoesterreichs-gruene-oase\/\">Nationalpark Kalkalpen<\/a>.<\/p>\n<h4>Was sind Nationalparks?<\/h4>\n<p>Das hat die IUCN (International Union for Conservation of Nature) klar definiert, und zwar als &#8222;gro\u00dfe Gebiete, in denen ein oder mehrere \u00d6kosysteme durch menschliche Nutzung oder Inanspruchnahme in der Substanz nicht ver\u00e4ndert werden, in denen Pflanzen- und Tierarten, geomorphologische und biologische Besonderheiten von speziellem Interesse f\u00fcr Wissenschaft, Bildung und Erholung oder Naturlandschaften von gro\u00dfartiger Sch\u00f6nheit vorhanden sind&#8220;.<\/p>\n<h4>Natur auf Stein<\/h4>\n<p>All dies trifft auf den Nationalpark Ges\u00e4use zu. Sein wesentliches Charakteristikum, mit dem er sich auch deutlich von allen anderen Nationalparks in \u00d6sterreich abhebt, sind jedoch seine \u00fcber 2.300 m hohen Kalkgipfel: Ein Gro\u00dfteil der Nationalparkfl\u00e4che liegt im Bereich von Fels und Stein. Dieser dominiert das Landschaftsbild mit herausragenden Gebirgsst\u00f6cken, die durch den tiefen Einschnitt der Enns getrennt werden.<\/p>\n<p>In zahlreichen Rinnen und Gr\u00e4ben gelangt der verwitterte Fels bis in die tiefen Lagen hinab und bildet einen besonderen Lebensraum, in dem sich &#8222;angeschwemmte&#8220; hochalpine Pflanzenarten mit den w\u00e4rmeliebenderen Arten aus dem Talboden der Enns vermischen. Auch die eine oder andere G\u00e4mse steigt \u00fcber diese Rinnen oft bis tief ins Tal hinab.<\/p>\n<p>Die Erstbesiedler auf Fels und Stein sind Flechten. Sie bilden oft krustenartige, bunte Teppiche auf dem Gestein. Erst nach langer Zeit bildet sich eine d\u00fcnne Erdschicht \u00fcber dem kargen Untergrund \u2013 diese d\u00fcnne, lebende Haut ist besonders sensibel. Bitte beachten Sie, wenn Sie \u00fcber die alpinen Matten des Hochgebirges wandern, dass diese im Lauf von tausenden Jahren entstanden sind, bei Unachtsamkeit jedoch oft in k\u00fcrzester Zeit zerst\u00f6rt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Artenvielfalt im Gebirge<\/h4>\n<p>Die Pflanzenwelt des Ges\u00e4uses zeichnet sich durch ihre besondere Artenf\u00fclle aus, was insbesondere auf die alpine Vegetation zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die Alpen sind ein Zent rum der biologischen Vielfalt in Europa; es gibt dort &#8222;hot spots&#8220; der Biodiversit\u00e4t, also sehr artenreiche Gebiete. Zu diesen z\u00e4hlen unter anderem die Meeralpen im westlichen Alpenbogen, aber auch die Nord \u00f6stlichen Kalkalpen, in denen der Nationalpark Ges\u00e4use liegt. Einige Arten gedeihen nur hier, man bezeichnet sie als &#8222;endemisch&#8220;. Aufgrund ihres eingeschr\u00e4nkten Verbreitungsgebietes sind sie besonders gef\u00e4hrdet. Zwei Pflanzen, die gerne in steinigen H\u00e4ngen wachsen, sind die Zierliche Federnelke (Dianthus plumarius subsp. blandus) und die Clusius-Primel (Primula clusiana).<\/p>\n<h4>Die G\u00e4mse<\/h4>\n<p>Sie ist das Charaktertier des Hochgebirges im Nationalpark. Als ausgezeichnete Kletterer und widerstandsf\u00e4hige &#8222;Hungerk\u00fcnstler&#8220; haben G\u00e4msen ihren bevorzugten Lebensraum in der oberen Waldzone und der Felsregion. Wo sie st\u00e4ndig beunruhigt werden (im Sommer durch Querfeldein-Wanderer, im Winter durch <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/was-ist-eigentlich-skitourengehen\/\">Tourengeher<\/a>) neigen sie dazu, in tiefer gelegene Waldgebiete auszuweichen. Durch \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Verbiss kann dort erheblicher Schaden am Waldbestand entstehen. Gamswild ist Rudelwild, das dem leisen und vorsichtigen Betrachter im November eine zwar relativ stille, aber beeindruckende Brunft bietet: Die B\u00f6cke liefern sich wilde Verfolgungsjagden \u00fcber scheinbar unbegehbare steile H\u00e4nge. Im Nationalpark sollen die Gamsbest\u00e4nde in ihren Ruhezonen ein m\u00f6glichst ungest\u00f6rtes Leben f\u00fchren k\u00f6nnen. Daher bittet der Nationalpark alle seine Besucher, sich an die markierten Wege zu halten und auch im Winter nur die ausgewiesenen Skitouren zu begehen.<\/p>\n<p>Auch im <a href=\"https:\/\/www.kompass.de\/regionen\/wandern-nationalpark-kalkalpen\/\" data-internallinksmanager029f6b8e52c=\"11\" title=\"Wandern im Nationalpark Kalkalpen\">Nationalpark Kalkalpen<\/a> regiert der Wald. Man findet dort 30 verschiedene Waldgesellschaften \u2013 vom Auwald \u00fcber Fichten- Tannen- Buchen-Mischw\u00e4lder bis zur Krummholzregion. In ihrem Schutz gedeihen 1.000 Arten von Bl\u00fctenpflanzen, Moosen und Farnen, darunter Kostbarkeiten wie Pyramidenorchis, Frauenschuh, Knabenkraut, Steinr\u00f6serl und Kugelblume, in der Felsregion auch &#8222;Peterg\u2019stamm&#8220; (Aurikel), Enzian und Alpenrosen.<\/p>\n<p>Diese Lebensr\u00e4ume geben 50 S\u00e4ugetierarten, 80 Brutvogelarten und nicht weniger als 1.600 Schmetterlingsarten eine Heimat. Schwarzst\u00f6rche und Steinadler gleiten durch die L\u00fcfte, der Auerhahn balzt im Fr\u00fchjahr, Reh und Rothirsch sind hier zu Hause. Sogar Luchse und Braunb\u00e4ren streifen durch die wiederkehrende Wildnis.<\/p>\n<p>Zu den Quellen Im Nationalpark Kalkalpen sprudeln mehr als 800 Quellen. Die zahlreichen, oft noch sehr naturnahen B\u00e4che und Fl\u00fcsse der Region bringen eine bunte Vielfalt an Insekten, Lurchen, Fischen und V\u00f6geln mit sich. Gro\u00dfe und kleine Naturwunder stehen mit dem nassen Element in Verbindung: die kilometerlange Konglomeratschlucht der Steyr, die sich zwischen Frauenstein und Gr\u00fcnburg noch weit gehend naturbelassen zeigt, oder periodisch aktive Karstquellen wie die &#8222;Teufelskirche&#8220;, die in der N\u00e4he von St. Pankraz unter einer frei stehenden Felsbr\u00fccke entspringt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als 99 % der Fl\u00e4che des\u00a0Nationalparks Ges\u00e4use stehen im Eigentum der Steierm\u00e4rkischen Landesforste, der Rest sind \u00f6ffentliche Gew\u00e4sser und private Almen. Anteil am international anerkannten Nationalpark Ges\u00e4use haben die Gemeinden Johnsbach, Weng im Ges\u00e4use, Admont, Landl, Hieflau und St. Gallen, in der das Schutzgebiet an den Naturpark Eisenwurzen grenzt. 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