{"id":5595,"date":"2016-07-25T13:02:48","date_gmt":"2016-07-25T12:02:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=5595"},"modified":"2016-07-25T13:02:48","modified_gmt":"2016-07-25T12:02:48","slug":"spreewald-landschaft-voller-seen-und-spreen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/inspiration\/spreewald-landschaft-voller-seen-und-spreen\/","title":{"rendered":"Spreewald: Landschaft voller Seen und Spreen"},"content":{"rendered":"<p>An der Stirnseite riesiger Eiszeitgletscher formten abflie\u00dfen de Schmelzwasser breite Abflussrinnen, wie zum Beispiel das Baruther Urstromtal. Von S\u00fcden her sp\u00fclte die Spree einen breiten Schwemmsandf\u00e4cher in dieses Urstromtal und b\u00fc\u00dfte dabei ihr Bett ein, denn die Spreewasser verzweigten sich rasch auf den leicht zu erodierenden Schwemmsanden in viele kleine Arme, die Flie\u00dfen. Mit dem Bau von Kan\u00e4len und Gr\u00e4ben trug der Mensch zur starken Ver\u00e4stelung in diesem Binnendelta bei. Auf den kleinen Talsandinseln (\u201eKaupen\u201c) entwickelten sich die spreewaldtypischen Streusiedlungen, allen voran Burg.<\/p>\n<p>In der Weichseleiszeit vor rund 20.000 Jahren sowie bei den nacheiszeitlichen Sedimentations- und Moorentstehungsvorg\u00e4ngen bildeten sich die B\u00f6den des Spreewalds. Es entstanden ausgedehnte Niedermoorbereiche mit hohem Grundwasserstand. Besonders entlang der Flie\u00dfe lagerten sich lehmig-sandige Auensedimente ab.<\/p>\n<h4>Flora und Fauna des Spreewalds<\/h4>\n<p>In den extrem feuchten Niedermoorbereichen w\u00e4chst Erlenbruchwald, vornehmlich die N\u00e4sse liebende Schwarzerle. Seggen bestimmen hier den Bewuchs des Bodens, aber auch Gilbweiderich und Gelbe Schwertlilie sind zu finden. Der Erlenbruchwald bietet Kranich, Waldwasserl\u00e4ufer und Schlagschwirl ideale Lebensbedingungen. Auf sehr feuchten Standorten mit sandig-lehmigen Auensedimenten gedeiht Eschenwald, mit hervorragenden Wachstumsbedingungen im Unterspreewald. In diesem Waldtyp bl\u00fchen im Fr\u00fchjahr Anemone, Scharbockskraut, Milzkraut, Gemeiner Schneeball und Wilde Johannisbeere.<\/p>\n<p>Zur Esche gesellen sich auch Erle, Ulme und Stieleiche; der bekannte Erlenhochwald entstand allerdings durch gezielte Aufforstung vor gut 100 Jahren. Auf h\u00f6her gelegenen Talsanden mit einem niedrigeren Grundwasserspiegel entwickelte sich ein Stieleichen-Hainbuchenwald, heute gro\u00dffl\u00e4chig fast ausschlie\u00dflich auf den Unterspreewald (zwischen Schlepzig und Krausnick sowie im Kriegbusch) beschr\u00e4nkt. Hier bl\u00fchen im Fr\u00fchjahr Buschwindr\u00f6schen, Scharbockskraut, Platterbse und Leberbl\u00fcmchen. In dieser langlebigen, stabilen Waldgesellschaft sind Schwarzstorch und Seeadler heimisch.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5597\" aria-describedby=\"caption-attachment-5597\" style=\"width: 1500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5597 size-full\" src=\"http:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_02.jpg\" alt=\"Eine Fahrt mit dem Kahn geh\u00f6rt beim Besuch des Spreewalds dazu \" width=\"1500\" height=\"850\" srcset=\"https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_02.jpg 1500w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_02-300x170.jpg 300w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_02-768x435.jpg 768w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_02-1024x580.jpg 1024w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_02-1280x725.jpg 1280w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_02-720x408.jpg 720w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_02-480x272.jpg 480w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_02-32x18.jpg 32w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5597\" class=\"wp-caption-text\">TMB-Fotoarchiv\/Martina G\u00f6ttsching<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dank kleinklimatischer Besonderheiten (hohe Luftfeuchtigkeit) konnten sich auf den am h\u00f6chsten gelegenen Talsandinseln des Unterspreewaldes Buchenw\u00e4lder ausbilden; wegen ihres dichten Bl\u00e4tterdachs ist die Bodenvegetation sp\u00e4rlich. Als Folge menschlicher Eingriffe hat sich in den Randbereichen der Spreewaldniederung die Kiefer angesiedelt.<\/p>\n<h4>Geschichte des Spreewalds<\/h4>\n<p>Die in der V\u00f6lkerwanderungszeit umherziehenden germanischen St\u00e4mme konnten auch in der Lausitz nicht sesshaft werden, gaben alsbald ihre Siedlungspl\u00e4tze, von denen nur sp\u00e4rliche Funde zeugen, wieder auf und zogen weiter oder vermischten sich in Teilen mit den nachr\u00fcckenden slawischen St\u00e4mmen. Ab dem 6. Jh. besiedelten die \u201eLusici\u201c, die der Lausitz ihren Namen gaben, das entleerte Land und betrieben friedlich Ackerbau und Fischfang, bis sie ab dem 10. Jh. von deutschen Siedlern, die im Zuge der Ostkolonisierung und Christianisierung in die slawischen Siedlungsgebiete vorstie\u00dfen, bedr\u00e4ngt wurden. Zumindest in der Lausitz verlief die \u201eKolonisierung\u201c und Missionierung ohne gro\u00dfe kriegerische Auseinandersetzungen: Slawen und fr\u00fchdeutsche Siedler richteten sich nebeneinander ein und respektierten einander. Nur so konnten sich die Sorben, die Nachfahren der \u201eLusici\u201c, bis heute in ihrem angestammten Siedlungsgebiet behaupten.<\/p>\n<h4>Zur Siedlungsgeschichte des Spreewaldes<\/h4>\n<p>In fr\u00fchgeschichtlicher Zeit war der Spreewald nur sehr d\u00fcnn besiedelt. Erst mit der \u201eLausitzer Kultur\u201c (1500 \u2013 400 v. Chr.) sind bedeutendere Siedlungspl\u00e4tze nachweisbar, die alle befestigt waren, wie der \u201eBarzlin\u201c bei L\u00fcbbenau und der \u201eSchlossberg\u201c bei Burg. Die in der V\u00f6lkerwanderungszeit abgezogenen Germanenst\u00e4mme haben kaum Spuren hinterlassen, da f\u00fcr umso mehr der im 8. Jh. nachr\u00fcckende Slawenstamm der \u201eLusici\u201c, dem die Lausitz ihren Namen verdankt.<\/p>\n<p>Etwa 40 Wallburgen (Rundw\u00e4lle) entstanden zwischen dem 8. und 10. Jh., bevor deutsche Siedler zunehmend ab dem 11. Jh. diese Befestigungswerke \u00fcbernahmen oder in ihrer N\u00e4he eigene Burgen bauten. Erste St\u00e4dte wurden am Rande des \u201eWaldes der Spree\u201c gegr\u00fcndet, wie es in einer Urkunde von 1328 hei\u00dft. Die slawische Urbev\u00f6lkerung kultivierte den \u201ebhus\u201c (noch heute nennen Einheimische den Spreewald \u201ePusch\u201c), die deutschen Siedler betrieben in den St\u00e4dten Handwerk, Handel und Gewerbe. Vornehmlich die Leinweberei, basierend auf dem reichlich im Spreewald wachsenden Flachs, gelangte zu hoher Bl\u00fcte, bis die einsetzende Industrialisierung Mitte des 19. Jh. dieses Gewerbe fast v\u00f6llig zum Erliegen brachte. Mit dem Bau von Bahnlinien und von Reisebeschreibungen erlangte der Spreewald gegen Ende des 19. Jh. einen so hohen Bekanntheitsgrad, dass sich die b\u00e4uerliche Lebensweise allm\u00e4hlich wandelte \u2013 aus dem Bauer wurde der F\u00e4hrmann.<\/p>\n<p>Heute sind nur noch wenige b\u00e4uerliche Anwesen rein landwirtschaftlich orientiert, oft dient der Tourismus als Haupterwerbsquelle. Es wird zunehmend problematischer, die Landschaft zu pflegen und die \u00fcberkommene Siedlungsstruktur zu erhalten. Eine wesentliche Unterst\u00fctzung, diese Ziele nicht aus dem Auge zu verlieren, erhofft man sich nicht zuletzt durch die Anerkennung des Spreewalds als UNESCO-Biosph\u00e4renreservat.<\/p>\n<h4>Naturpark Dahme-Heideseen<\/h4>\n<p>Die zahlreichen Gew\u00e4sser und die ausgedehnten W\u00e4lder geben dem Naturpark Dahme- Heideseen sein besonderes Gepr\u00e4ge. Die Dahme als Namenspatin durchquert das Gro\u00dfschutzgebiet von S\u00fcd nach Nord. Ab Staakm\u00fchle schl\u00e4ngelt sie sich in windungsreichem Lauf bis M\u00e4rkisch Buchholz. Ab hier wird die Dahme durch den Spree-Dahme-Umflutkanal zus\u00e4tzlich gespeist und flie\u00dft langsam gen Norden. Ab Prieros reihen sich an ihr mehrere Seen wie an einer Perlenschnur auf. Zwischen seenartigen Erweiterungen und schmalen Flussabschnitten bietet die Dahme eine ungew\u00f6hnliche Landschaftsvielfalt. Fern von der Hektik der Gro\u00dfstadt und doch nahe bei Berlin lassen sich viele idyllische Winkel entdecken: zauberhafte Quellen, wie das Klingespring am Tornower See, die Quellen am Springsee, anmutige Wiesenlandschaften, wie z. B. im Dahmetal bei Freidorf, obstbaumges\u00e4umte Wege und Felder, z. B. auf der Streganzer Hochfl\u00e4che. Doch die Landschaft ist nicht immer lieblich, sondern auch von herber Sch\u00f6nheit: karge Kiefernw\u00e4lder auf D\u00fcnen, urt\u00fcmliche Erlenbruchw\u00e4lder, unzug\u00e4ngliche Schilf- und Seggenbest\u00e4nde. Die Luchgebiete, wie z. B. n\u00f6rdlich von Storkow, besitzen bei nebligem Wetter nahezu mystische Kraft. Gerade im Wechsel zwischen D\u00fcnen-, Wald- und Moorlandschaften liegt der besondere Reiz des Gebietes. Die Landschaft des Dahme-Heideseen-Gebietes bezaubert nicht nur durch ihre Attraktivit\u00e4t und Vielgestaltigkeit, sondern auch durch ihre Tier- und Pflanzenwelt. Nicht wenige seltene oder vom Aussterben gef\u00e4hrdete Arten kommen hier vor. Die Besiedlung des Dahme-Heideseengebiets reicht bis in die Steinzeit zur\u00fcck. Wie Ausgrabungen bei Klein K\u00f6ris beweisen, war die Gegend im 6. Jh. von Germanen bewohnt. Sie wurden nach der V\u00f6lkerwanderung von westslawischen Wenden abgel\u00f6st, die Rundlingsd\u00f6rfer wie Streganz und P\u00e4tz gr\u00fcndeten. Ihre Siedlungen legten sie wegen der Fischgr\u00fcnde meist am Rand von Gew\u00e4ssern an. Deutsche und holl\u00e4ndische Feudalherren kolonisierten im 12. Jh. das Gebiet. Die Burgen Storkow und Teupitz wurden errichtet und es entstanden Rodungsd\u00f6rfer. Der Wald gewann, neben Landwirtschaft und Fischerei, zunehmend an Bedeutung f\u00fcr Wei- de und Jagd, Holzgewinnung und Teerschwelerei. Die Flie\u00dfe wurden ausgebaut, um auf ihnen Holz und S\u00e4gem\u00fchlen nutzen zu k\u00f6nnen. Die Friderizianische Kolonisation im 18. Jh. hinterlie\u00df Namen wie Philadelphia und Neu Boston \u2013 D\u00f6rfer in der gro\u00dfen Sumpflandschaft n\u00f6rdlich von Storkow. Sp\u00e4ter war es vor allem die Ziegelindustrie, die der Region zu einem Aufschwung verhalf. Mit dem Wunsch \u201eRaus in\u2019t Jr\u00fcne\u201c entdeckten die Gro\u00dfst\u00e4dter zu Beginn des 20. Jh. den Landstrich f\u00fcr die Erholung und Entspannung. Ab 1920 entstanden vor allem entlang der Dahmegew\u00e4sser neue Einfamilien- und Wochenendhaussiedlungen, Hotels, Zeltpl\u00e4tze und Ferienanlagen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5598\" aria-describedby=\"caption-attachment-5598\" style=\"width: 1500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5598 size-full\" src=\"http:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_03.jpg\" alt=\"Farradfahrer unterwegs auf dem Gurkenradweg im Spreewald\" width=\"1500\" height=\"850\" srcset=\"https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_03.jpg 1500w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_03-300x170.jpg 300w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_03-768x435.jpg 768w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_03-1024x580.jpg 1024w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_03-1280x725.jpg 1280w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_03-720x408.jpg 720w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_03-480x272.jpg 480w, https:\/\/www.kompass.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Artikel_Textheft_Spreewald-Landschaft-voller-Seen-und-Spreen_03-32x18.jpg 32w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5598\" class=\"wp-caption-text\">TMB-Fotoarchiv\/Paul Hahn<\/figcaption><\/figure>\n<p>Natur erleben hei\u00dft im Naturpark Dahme-Heideseen zun\u00e4chst Ruhe tanken. Wie von selbst verscheucht die ruhige Bewegung des Wassers bei den beliebten Paddeltouren die Alltagshektik. Ebenso wirkungsvoll ist die Atmosph\u00e4re, die von den kleinen St\u00e4dtchen und Gemeinden, in die man auf dem Landweg zu Fu\u00df, mit dem Rad oder auch auf einer Kutschfahrt gelangt, ausgeht. Hier scheint die Uhr sich einfach noch etwas langsamer zu drehen. Im Fr\u00fchling sind es die pr\u00e4chtig bl\u00fchenden Wiesenpflanzen der Feuchtwiesen, die mit ihrer Vielfalt die G\u00e4ste anziehen. Der Sommer ist eindeutig die Hochsaison f\u00fcr den Naturpark Dahme-Heideseen. Die Seen sind beliebte Ziele zahlreicher Badeg\u00e4ste aus Berlin und dem brandenburgischen Umland. Dies ist auch die Zeit, wo selbst im Naturpark die ruhigen Ecken rar werden. Im Herbst locken die reichhaltigen Pilzvorkommen der ausgedehnten W\u00e4lder. Entgehen lassen sollte man sich auf keinen Fall das einzigartige Farbenspiel zwischen den tiefblauen Seen und den sie umgebenen Laubmischw\u00e4ldern, die nun in unz\u00e4hligen Gelb- und Rott\u00f6nen leuchten. Im Winter sind die bizarren Bauernkiefernw\u00e4lder besonders sch\u00f6n, wenn sie mit Schnee oder Reif bedeckt an Winterm\u00e4rchen aus alten Zeiten erinnern.<\/p>\n<h4>Die K\u00fcche der Region<\/h4>\n<p>Oft war Schmalhans K\u00fcchenmeister im Hause des M\u00e4rkers, denn der sandige Boden der Mark gab nicht viel Nahrung her. Nur zur Schlachtfestzeit im Winter war der Tisch reichlicher gedeckt, und was da hergestellt wurde, musste oft f\u00fcr viele Monate reichen. Die \u201eGr\u00fctzwurst\u201c ist ein solches Produkt aus \u00e4rmeren Tagen, wird aber auch heute noch gerne gegessen. Auch \u201ePellkartoffeln mit Quark und Lein\u00f6l\u201c erinnert an nicht gerade wohlhabende Zeiten, ist als Speise gleichwohl heute noch \u00fcberall begehrt. In den mit Zwiebeln und Kr\u00e4utern gew\u00fcrzten Quark dr\u00fcckt man ein Loch, gibt Lein\u00f6l hinein und dippt die Pellkartoffel ein \u2013 ein gesundes und nahrhaftes Essen. Lein\u00f6l ist aus der K\u00fcche des Spreew\u00e4lders gar nicht wegzudenken, gedeiht doch der Rohstoff Flachs direkt vor der Haust\u00fcr. Und was w\u00e4re die Spreewaldk\u00fcche ohne Gurken, ob nun sauer eingelegt oder zu schmackhaften Gerichten verarbeitet? Den Genuss einer \u201eSpreew\u00e4lder Gurkensuppe mit P\u00f6kelrippchen\u201c oder das pikante Aroma einer \u201eSchmorgurke\u201c (gew\u00fcrzt und angereichert mit Speck und Zwiebelw\u00fcrfeln) sollte sich kein Spreewald-Besucher entgehen lassen. Aber auch K\u00fcrbisse und Meerrettich gedeihen pr\u00e4chtig auf dem fruchtbaren Auelehm des Spreewaldes. Apfelmeerrettich und Meerrettichso\u00dfe passen gut zu Fisch aus heimischem Gew\u00e4sser, der K\u00fcrbis gibt eine leckere s\u00fc\u00df-saure Nachspeise ab. So verfeinert der Meerrettich den \u201eHecht in Spreewaldso\u00dfe\u201c oder auch das \u201eHammelfleisch mit sauren Gurken und Zwiebel-Meerrettichso\u00dfe\u201c.<\/p>\n<h4>Wasserwandern<\/h4>\n<p>Im Dahme-Spree-Land kann man auf vielen Seen, die durch nat\u00fcrliche und k\u00fcnstliche Wasserl\u00e4ufe miteinander verbunden sind, sowie auf den Flie\u00dfen des Spreewaldes ideal wasserwandern. Leicht bedienbare Schleusen sind kein Hindernis.<\/p>\n<h4>Der 66-Seen-Wanderweg<\/h4>\n<p>Als einer der Hauptwanderwege Brandenburgs pr\u00e4sentiert der 66-Seen-Weg auf fast 400 km L\u00e4nge dieses von Wald, Wasser und Kultur gepr\u00e4gte Land auf besonders eindrucksvolle Weise. In der Park- und Schl\u00f6sserlandschaft Potsdams beginnt und endet dieser Rundwanderweg um Berlin, der weitab der Hauptstadt durch eine eindrucksvolle Vielfalt unter- schiedlicher Landschaftsformen f\u00fchrt. Laub-, Misch- und Nadelw\u00e4lder, Auwald- und Sumpfgebiete wechseln sich ab mit offenen Feld- und Wiesenfl\u00e4chen. Obstplantagen, Pferdekoppeln, Rinderherden, kleine D\u00f6rfer mit mannigfaltiger Kleinlandwirtschaft sind ebenso zu erleben wie Orte, die durch Parkanlagen und G\u00e4rten gepr\u00e4gt sind.<\/p>\n<p>Die Route, die man in 17 Etappen laufen kann, folgt den Ufern der bekanntesten Fl\u00fcsse Brandenburgs, der Spree und Havel, erreicht sogar die Nordspitze des Spreewaldgebietes und pr\u00e4sentiert eine Vielzahl kleinerer Flie\u00dfgew\u00e4sser: Gr\u00e4ben, Kan\u00e4le, B\u00e4che und kleine, kaum bekannte Fl\u00fcsschen. Der Titel dieser Wanderroute stellt das Einmalige heraus. Von den \u00fcber 3000 Seen Brandenburgs erlebt der Wanderer mehr als nur 66 Seen. Einige sind still und verborgen in den W\u00e4ldern versteckt und nur zu Fu\u00df erreichbar, andere zeigen die F\u00fclle der Freizeitgestaltung, die das Wasser erm\u00f6glicht. Einige sind klar und offen und laden zum Baden ein, andere wirken mit Seerosen abgedeckt oder versumpften Uferbereichen oder dunklem Wasser fast unheimlich. Dabei wird auch der mit 12 km L\u00e4nge gr\u00f6\u00dfte See Brandenburgs, der Scharm\u00fctzelsee, erreicht und das prominente Bad Saarow. Die gr\u00f6\u00dften Findlingssteine, Aussichtst\u00fcrme, Wasser- und Windm\u00fchlen und eine Vielzahl von Bauten, die aus Feldsteinen errichtet wurden, bilden neben der F\u00fclle der Fauna und Flora immer wieder abwechselnde und eindrucksvolle Wandererlebnisse. Die gesamte Route ist in Teilstrecken mit g\u00fcnstigen Verkehrsanbindungen und \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten wanderbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Stirnseite riesiger Eiszeitgletscher formten abflie\u00dfen de Schmelzwasser breite Abflussrinnen, wie zum Beispiel das Baruther Urstromtal. 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