{"id":4439,"date":"2016-03-23T08:35:16","date_gmt":"2016-03-23T07:35:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=4439"},"modified":"2018-08-31T17:29:36","modified_gmt":"2018-08-31T15:29:36","slug":"klettersteiggehen-fuer-anfaenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/ratgeber\/klettersteiggehen-fuer-anfaenger\/","title":{"rendered":"Drahtseile und Trittstufen: Klettersteiggehen f\u00fcr Anf\u00e4nger"},"content":{"rendered":"<p>Klettersteiggehen erfreut sich immer gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit. Kein Wunder: Auf einem Klettersteig k\u00f6nnen sich auch Bergfreunde und Wanderer, die keine oder nur wenig Klettererfahrung besitzen, an besonders ausgesetzte Wege und in senkrechte Felsw\u00e4nde wagen und spektakul\u00e4re Aussichten genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Als Klettersteig bezeichnet man im Allgemeinen einen mit Stahlseilen, Leitern oder Eisenstiften versehenen Steig, der nur mit Hilfe eines Klettersteigsets begangen werden kann. Im Gegensatz zum eigentlichen <a href=\"http:\/\/www.kompass.de\/mehr-sicherheit-beim-sportklettern-durch-richtige-sicherungsgeraete\/\">Klettern<\/a> ist beim Klettersteiggehen der Routenverlauf bereits durch Drahtseil und Eisenstifte vorgegeben \u2013 das Suchen nach Griffen und Tritten entf\u00e4llt in der Regel und ist nur an anspruchsvollen Stellen notwendig.<\/p>\n<p>Alleine in den deutschen Alpen gibt es eine Vielzahl an Klettersteigen unterschiedlichster Schwierigkeitsstufen und Anforderungen.<\/p>\n<h4>Welche spezielle Ausr\u00fcstung ben\u00f6tigt man zum Klettersteiggehen?<\/h4>\n<p>Unverzichtbar f\u00fcr jeden Klettersteiggeher sind ein Helm, ein Klettergurt und ein Klettersteigset. Gab es bis vor einiger Zeit noch verschiedene Klettersteigset-Systeme, so hat sich inzwischen das System mit Bandfalld\u00e4mpfer bew\u00e4hrt und durchgesetzt. \u00c4ltere Systeme sollten aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht mehr verwendet werden. Generell sollte ein Klettersteigset, je nach Nutzungsintensit\u00e4t, nach einem, sp\u00e4testens nach drei Jahren ausgetauscht werden. \u00dcbrigens: Nach einem Sturz kann ein Klettersteigset nicht mehr verwendet werden und muss unbedingt ersetzt werden!<\/p>\n<p>Empfehlenswert sind ebenfalls spezielle Klettersteighandschuhe. Gerade bei \u00e4lteren oder starker Witterung ausgesetzten Klettersteigen k\u00f6nnen die Drahtseile vor allem an den Enden h\u00e4ufig besch\u00e4digt oder aufgedreht sein \u2013 Vorsicht, hier besteht Verletzungsgefahr. Auch sonst k\u00f6nnen Klettersteighandschuhe Schutz und guten Halt bieten.<\/p>\n<p>Warum aber in spezielle Klettersteighandschuhe investieren und keine normalen Handschuhe nutzen? Die Handschuhe m\u00fcssen so ausgelegt sein, dass man m\u00f6glichst viel Gef\u00fchl in den Fingern hat und die Kraft ideal \u00fcbertragen werden kann. Zudem m\u00fcssen sich die Sicherungskarabiner damit noch gut bedienen lassen. Je nach pers\u00f6nlichen Vorlieben gibt es Klettersteighandschuhe mit (teilweise) abgeschnittenen Fingerspitzen.<\/p>\n<h4>Richtiges Klettersteiggehen: Tipps f\u00fcr Anf\u00e4nger<\/h4>\n<p>Auch wenn das Klettersteiggehen an sich grunds\u00e4tzlich nicht schwer ist, sollte jeder Einsteiger in eine solide Grundausbildung investieren \u2013 am besten durch einen zwei- bis dreit\u00e4gigen Klettersteigkurs bei einem staatlich gepr\u00fcften Bergf\u00fchrer.<\/p>\n<p><strong>Sorgf\u00e4ltige Tourenplanung<\/strong>: Eine durchdachte und vor allem auch den eigenen F\u00e4higkeiten und der Ausr\u00fcstung angepasste Tourenplanung sollten f\u00fcr jeden, der sich in die Berge begibt, selbstverst\u00e4ndlich sein. Dazu geh\u00f6rt das Pr\u00fcfen der Schwierigkeit des Klettersteiges, seiner Notausstiege und (alternativer) Zu- und Abstiege sowie der Wettervorhersage. Bei Gewitter d\u00fcrft ihr niemals in einen Klettersteig einsteigen. Falls euch auf einem Steig ein Gewitter \u00fcberrascht, verlasst diesen so schnell wie m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Niemals st\u00fcrzen<\/strong>: Das wichtigste Grundprinzip beim Klettersteiggehen sollte sich jeder Anf\u00e4nger noch vor dem ersten Steig verinnerlichen. Niemals st\u00fcrzen! Anders als beim Sportklettern, bei welchem St\u00fcrze dazu geh\u00f6ren, ist ein Sturz beim Klettersteiggehen immer ein Unfall. Das Klettersteigset ist somit auch keine Sicherheitsausr\u00fcstung, wie beim Sportklettern, sondern eine Notfallausr\u00fcstung: Sie verhindert im Falle eines Sturzes euren Totalabsturz.<\/p>\n<p><strong>Durchgehende Sicherung<\/strong>: Bei den aktuellen Bandfalld\u00e4mpfer-Klettersteigsets m\u00fcssen zwingend immer beide Karabiner eingeh\u00e4ngt sein. Einzige Ausnahme ist das Umh\u00e4ngen der Karabiner. Die Eisenseile, an welchen die Karabiner eingeh\u00e4ngt werden, sind in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden mit Eisenstiften in der Felswand befestigt. Diese Eisenstifte verhindern im Falle des Sturzes, dass der Bergsteiger zu tief st\u00fcrzt und sind \u2013 je nach Gel\u00e4ndestruktur \u2013 drei bis zehn Meter voneinander entfernt. Sie erfordern jedoch auch das aktive Umh\u00e4ngen der Klettersteigkarabiner. Und hier ist es ganz besonders wichtig, immer zuerst den einen Karabiner umzuh\u00e4ngen (w\u00e4hrend des Vorganges seid ihr mit dem zweiten, hinteren Karabiner gesichert). Erst, wenn der erste Karabiner sicher am neuen Drahtseilst\u00fcck h\u00e4ngt, k\u00f6nnt ihr den zweiten Karabiner vom Drahtseil entfernen und in den n\u00e4chsten Abschnitt einklinken. Somit seid ihr zu jedem Zeitpunkt mit mindestens einem Karabiner gesichert.<\/p>\n<p>Hin und wieder mag es verlockend erscheinen, beide Karabiner gleichzeitig umzuh\u00e4ngen, um Zeit zu sparen. Egal, wie sicher man sich jedoch f\u00fchlt \u2013 der Schein tr\u00fcgt: In der Regel sind es die kleinen, unscheinbaren Fl\u00fcchtigkeitsfehler, die die schlimmsten Folgen nach sich ziehen, und auch gef\u00e4hrliche Fremdeinwirkung (z.B. Steinschlag durch Klettersteiggeher vor euch) sieht man oftmals nicht schnell genug voraus.<\/p>\n<p><strong>Partnercheck<\/strong>: Ob Anf\u00e4nger oder erfahrene Profis \u2013 der Partnercheck ist Pflicht, keine K\u00fcr. Immer wieder zeigen Unf\u00e4lle, dass es gerade bei erfahrenen Klettersteiggehern zu schwerwiegenden St\u00fcrzen kommt, weil die eigene Erfahrung in vermeintlicher Sicherheit wiegt und zu leichtsinnigen Taten hinrei\u00dfen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Deswegen sollte man sich immer kurz gegenseitig abchecken, bevor es in den Steig losgeht:<\/p>\n<ul>\n<li>Ist der Klettergurt korrekt angelegt? Sind alle Schlaufen geschlossen und eng genug?<\/li>\n<li>Ist das Klettersteigset richtig angelegt? Passt auch hier der Knoten (i.d.R. Ankerstich)?<\/li>\n<li>Helm auf, ggf. Klettersteighandschuhe an?<\/li>\n<li>Erste Hilfe-Ausr\u00fcstung im Rucksack?<\/li>\n<li>Letzter gemeinsamer Check von Wetter, Route und Zeitplan<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Ausreichend Abstand<\/h4>\n<p>Auf dem Klettersteig selbst ist es wichtig, immer gen\u00fcgend Abstand zu lassen \u2013 zwischen zwei Fixpunkten darf sich immer nur eine Person bewegen. Sollte es einmal n\u00f6tig sein, eine Person oder gar eine ganze Gruppe zu \u00fcberholen, dann sind klare Absprachen, eindeutige Kommunikation und gegenseitige R\u00fccksichtnahme ganz besonders wichtig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klettersteiggehen erfreut sich immer gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit. Kein Wunder: Auf einem Klettersteig k\u00f6nnen sich auch Bergfreunde und Wanderer, die keine oder nur wenig Klettererfahrung besitzen, an besonders ausgesetzte Wege und in senkrechte Felsw\u00e4nde wagen und spektakul\u00e4re Aussichten genie\u00dfen. 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