{"id":4067,"date":"2016-02-25T07:55:48","date_gmt":"2016-02-25T06:55:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=4067"},"modified":"2018-08-31T17:31:37","modified_gmt":"2018-08-31T15:31:37","slug":"die-wichtigsten-erste-hilfe-massnahmen-bei-skiunfaellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/ratgeber\/die-wichtigsten-erste-hilfe-massnahmen-bei-skiunfaellen\/","title":{"rendered":"Die wichtigsten Erste-Hilfe-Ma\u00dfnahmen bei Skiunf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<p>Skifahren und Snowboarden sind gef\u00e4hrliche Wintersportaktivit\u00e4ten, bei denen Unf\u00e4lle nicht ausbleiben. Immer wieder \u00fcbersch\u00e4tzen sich Wintersportler selbst, st\u00fcrzen und verletzen sich oder sie sto\u00dfen auf der Piste mit anderen Fahrern zusammen \u2013 mit schmerzhaften Folgen. Wer im Winterurlaub Zeuge eines Skiunfalls wird, ist verpflichtet Erste Hilfe zu leisten. Denn wer im Falle eines Unfalls nicht hilft, macht sich strafbar. Bei den Erste-Hilfe-Ma\u00dfnahmen gibt es jedoch einige Dinge auf die man unbedingt achten muss.<\/p>\n<h4>Unfallstelle absichern<\/h4>\n<p>Um weitere Zusammenst\u00f6\u00dfe und Folgeunf\u00e4lle zu vermeiden, sollte die erste Ma\u00dfnahme die Sicherung der Unfallstelle sein. Etwa f\u00fcnf bis zehn Meter oberhalb der Unfallstelle werden die Ski \u00fcber Kreuz in den Schnee gestellt. Liegt der Verletze unterhalb eines H\u00fcgels, werden die Ski auf dem H\u00fcgel aufgestellt, damit andere Skifahrer die Unfallstelle schnell als solche erkennen, fr\u00fchzeitig gewarnt sind und den Teil der Piste weitr\u00e4umig umfahren k\u00f6nnen. Sind die Sichtverh\u00e4ltnisse nicht optimal, kann es hilfreich sein, zus\u00e4tzlich noch ein bunt leuchtendes Kleidungst\u00fcck \u00fcber die Ski zu h\u00e4ngen.<\/p>\n<h4>Piste r\u00e4umen<\/h4>\n<p>Nach der Sicherung der Unfallstelle kann es unter Umst\u00e4nden dennoch ratsam sein, das Unfallopfer von der Piste an den Pistenrand zu bringen, um weitere Zusammenst\u00f6\u00dfe zu verhindern. Dies gilt vor allem f\u00fcr enge Pistenstrecken, Ziehwege und un\u00fcbersichtliche Stellen. Ist es jedoch offensichtlich, dass der verletzte Skifahrer oder Snowboarder Verletzungen am Kopf, Nacken oder R\u00fccken hat, d\u00fcrft ihr das Unfallopfer keineswegs bewegen. Eine falsche Bewegung und ihr macht die Verletzungen noch schlimmer als sie ist. Auch in sehr steilen Pistenabschnitten sollte das Unfallopfer am besten aus dem steilen Abschnitt in einen flacheren Bereich gebracht werden \u2013 nat\u00fcrlich vorausgesetzt, er hat keine Kopf-, Nacken- oder R\u00fcckenverletzungen. In steilen Bereichen besteht ansonsten die Gefahr, dass der verletzte Wintersportler unkontrolliert den Hang hinunterrutscht und andere Fahrer, aber auch sich selbst gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<h4>Bergrettungsdienst alarmieren<\/h4>\n<p>Auf der Piste solltet ihr generell immer ein Handy dabei haben, um im Notfall den Bergrettungsdienst kontaktieren zu k\u00f6nnen. In Deutschlands Bergen gilt der Notruf 112, in \u00d6sterreich erreicht ihr die Bergrettung unter 140 und in der Schweiz k\u00f6nnt ihr unter 1414 Hilfe anfordern. Habt ihr den Bergrettungsdienst erreicht, solltet ihr genaue Auskunft \u00fcber den Ort der Unfallstelle, das Unfallopfer sowie seine Verletzungen geben.<\/p>\n<h4>Erste Hilfe leisten<\/h4>\n<p>Ist man alleine an der Unfallstelle, hat die Sicherung Priorit\u00e4t. Sind jedoch mehrere Leute beim Unfallopfer, kann die Unfallstelle abgesichert und telefonisch Hilfe gerufen werden, w\u00e4hrend sich jemand anderes bereits um den Verletzten k\u00fcmmert. Zun\u00e4chst werden die Vitalzeichen \u00fcberpr\u00fcft. Falls das Unfallopfer nicht mehr atmet, bewusstlos ist oder eine Herzstillstand hat, muss unverz\u00fcglich mit Wiederbelebungsma\u00dfnahmen \u2013 Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung \u2013 begonnen werden. Hierbei z\u00e4hlt jede Minute.<\/p>\n<p>Sind die Vitalzeichen des Verletzten stabil und ist er dennoch bewusstlos, bringt man ihn am besten in die stabile Seitenlage bis die Bergrettung eintrifft.<\/p>\n<h4>Nicht bewegen<\/h4>\n<p>Wenn der Verletzte ansprechbar ist und \u00fcber Schmerzen am R\u00fccken, im Nacken oder am Kopf klagt, d\u00fcrft ihr ihn auf gar keinen Fall bewegen. Es k\u00f6nnte sein, dass er sich an der Wirbels\u00e4ule verletzt hat. Um dies auszuschlie\u00dfen, fragt man den Verletzten, ob er seine Finger und Zehen bewegen kann und ob er noch ein Gef\u00fchl in den H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen hat. Kann er diese noch bewegen, ist ein Bruch eines Wirbels ausgeschlossen und das Opfer kann bewegt und an den Pistenrand gebracht werden.<\/p>\n<h4>Nicht ausk\u00fchlen lassen<\/h4>\n<p>Bei extrem kalten Temperaturen und falls das Unfallopfer l\u00e4ngere Zeit im Schnee liegt, kann es leicht zu Erfrierungen kommen. Diese erkennt man daran, dass sich die Haut wei\u00df f\u00e4rbt und schmerzunempfindlich wird. Es sollte deshalb darauf geachtet werden, dass der Verletzte nicht ausk\u00fchlt und immer warm gehalten wird. Daher ist es sinnvoll auf der Piste immer ein Erste-Hilfe-Set dabei zu haben \u2013 darin ist meist auch eine Rettungsdecke enthalten. Diese legt man mit der goldenen Seite auf den Schnee. Auf die nach oben zeigende silberne Seite legt man das Opfer. Ist das Unfallopfer zu verletzt und kann nicht bewegt werden, hilft es auch schon, es mit der Rettungsdecke oder Jacken zuzudecken. Auch leichte Massagen an den von Ausk\u00fchlung bedrohten Stellen helfen, Erfrierungen zu verhindern und den Blutfluss anzuregen. Falls das Opfer nicht allzu schwer verletzt ist und trinken kann, k\u00f6nnen warme Getr\u00e4nke helfen, das Opfer von innen zu w\u00e4rmen.<\/p>\n<h4>Schnittwunden verbinden<\/h4>\n<p>Durch die scharfen Kanten der Ski und Snowboards kommt es bei Unf\u00e4llen auf der Skipiste h\u00e4ufig zu tiefen Schnittwunden. Auch scharfkantige Eisplatten k\u00f6nnen zu blutigen Verletzungen f\u00fchren. Bei tiefen Wunden muss ein Druckverband angelegt werden, was sich meist schwierig gestaltet, wenn man nicht zuf\u00e4llig ein Erste-Hilfe-Set im Rucksack dabei hat. Verletzungen am Arm oder Bein k\u00f6nnen notfalls auch mit einem Schal oder einem Tuch oberhalb der Wunde abgebunden werden. Das verletzte K\u00f6rperteil wird hoch gelagert, wodurch die Blutung gestoppt wird.<\/p>\n<p>Verletzungen an der Schlagader sind besonders gef\u00e4hrlich. Falls ihr eine sterile Kompresse zur Hand habt, dr\u00fcckt ihr mit dieser \u2013 ansonsten mit den Fingern \u2013 auf die <span class=\"st\">Arterie<\/span>, um die Blutung zu stoppen. In diesem Fall ist es besonders wichtig, dass die Bergrettung zeitnah eintrifft.<\/p>\n<h4>Verletzungen k\u00fchlen und hoch lagern<\/h4>\n<p>Bei Wintersportlern kommt es extrem h\u00e4ufig zu Knieverletzungen. Viele Verletzungen betreffen auch die Unterschenkel, Schultern und Arme. Um zu verhindern, dass im Falle solcher Verletzungen die betroffene Stelle zu stark anschwillt und um den Schmerz zu lindern, muss sie gek\u00fchlt werden. Auch leichter Druck verhindert, dass die Verletzung zu stark anschwillt \u2013 vorausgesetzt, die Schmerzen sind bei Druck nicht allzu gro\u00df. Bei leichteren Knochenverletzungen oder verletzten B\u00e4ndern lagert man den betroffenen Arm oder das Bein hoch. Gebrochene Gliedma\u00dfen hingegen sollten ruhig gehalten und gek\u00fchlt werden bis der Bergrettungsdienst eintrifft und den Bruch weiter behandeln kann.<\/p>\n<p>Generell solltet ihr immer beruhigend und tr\u00f6stend mit dem Unfallopfer reden und selbst Ruhe bewahren. Sobald der Bergrettungsdienst eingetroffen ist, wird dieser den Verletzten gr\u00fcndlich untersuchen und daf\u00fcr sorgen, dass er transportf\u00e4hig ist, bevor das Unfallopfer mit einem Schlitten oder einem Hubschrauber in das n\u00e4chstgelegene Krankhaus gebracht wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Skifahren und Snowboarden sind gef\u00e4hrliche Wintersportaktivit\u00e4ten, bei denen Unf\u00e4lle nicht ausbleiben. Immer wieder \u00fcbersch\u00e4tzen sich Wintersportler selbst, st\u00fcrzen und verletzen sich oder sie sto\u00dfen auf der Piste mit anderen Fahrern zusammen \u2013 mit schmerzhaften Folgen. 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