{"id":1719,"date":"2015-03-30T17:28:00","date_gmt":"2015-03-30T15:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=1719"},"modified":"2015-03-30T17:28:00","modified_gmt":"2015-03-30T15:28:00","slug":"bouldern-klettern-ohne-sicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/inspiration\/bouldern-klettern-ohne-sicherung\/","title":{"rendered":"Bouldern \u2013 Klettern ohne Sicherung"},"content":{"rendered":"<p>Zwar ist das Bouldern, das Klettern ohne Sicherung in Absprungh\u00f6he, bereits seit den Siebziger Jahren eine Disziplin des Sportkletterns, doch der Boom begann erst in den Neunziger Jahren \u2013 und h\u00e4lt noch immer an. Heute verf\u00fcgt fast jede Kletterhalle \u00fcber einen separaten Boulderbereich. Im Gegensatz zum klassischen Klettern werden beim Bouldern keine gro\u00dfen H\u00f6hen bezwungen \u2013 die meisten Boulderw\u00e4nde sind lediglich drei bis vier Meter hoch \u2013 doch die technische und konditionelle Herausforderung ist umso gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<h4>Seilfrei klettern<\/h4>\n<p>Gebouldert wird an Felsw\u00e4nden und gro\u00dfen Felsbl\u00f6cken, aber auch an Boulderw\u00e4nden in der Kletterhalle. Da die W\u00e4nde nur wenige Meter hoch sind, wird beim Bouldern ohne Seil und Klettergurt geklettert. In der Halle sind deshalb die B\u00f6den mit dicken Matten ausgelegt, um eventuelle St\u00fcrze aufzufangen. Am Felsen unter freien Himmel kommen sogenannte Crashpads als Schutz vor Sturzverletzungen zum Einsatz. Die tragbaren Bouldermatten k\u00f6nnen so jederzeit richtig positioniert und an die Route des Kletterers angepasst werden, um ihn im Falle eines Sturzes weich landen zu lassen.<\/p>\n<p>Um den Kletterer bei einem Sturz zus\u00e4tzlich vor Verletzungen zu sch\u00fctzen, wird beim Bouldern meist gespottet. Daf\u00fcr steht ein weiterer Kletter, der Spotter, leicht nach hinten versetzt unterhalb des Kletterers. Die Arme sind in Richtung des Kletternden erhoben, um einen Fall mit den H\u00e4nden steuern zu k\u00f6nnen, sodass der Kletterer in eine aufrechte Position gedreht wird und mit den F\u00fc\u00dfen landen kann. Der Kletterer soll dabei nicht aufgefangen, sondern lediglich ein unkontrollierter Fall mit einem m\u00f6glichen Aufschlag von Kopf oder R\u00fccken auf den Boden und daraus resultierenden Verletzungen verhindert werden.<\/p>\n<h4>Auf der Suche nach der gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Herausforderung<\/h4>\n<p>Beim Bouldern kann horizontal oder nach oben geklettert werden. Wie beim normalen Klettern, gibt es auch hier W\u00e4nde mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen, fortgeschrittene Kletterer k\u00f6nnen sich an \u00fcberh\u00e4ngende W\u00e4nde wagen. Bei dieser Art des Kletterns geht es darum, die eigenen Grenzen auszutesten und m\u00f6glichst schwierige Griffe und Kletterz\u00fcge zu meistern. F\u00fcr Einsteiger gibt es dennoch vor allem in den Kletterhallen einfache Routen, die sich als Anf\u00e4nger leicht absolvieren lassen. Die Boulderrouten an k\u00fcnstlichen W\u00e4nden sind zum gr\u00f6\u00dften Teil farblich markiert und durch einen Start- und einen Zielgriff gekennzeichnet. Au\u00dferdem ist in den Kletterw\u00e4nden die Bewertung der Schwierigkeit angegeben, meist nach der Fontainebleau-Skala, bei der die Schwierigkeit zwischen 2a und 8c+ liegt. Es gibt jedoch auch W\u00e4nde ohne vorgegebene Routen, an diesen sind die Griffe v\u00f6llig durchmischt angebracht, der Boulderer muss selbst kreativ werden und nach einer geeigneten Route suchen.<\/p>\n<h4>Die Geschichte des Boulderns<\/h4>\n<p>Im Norden Frankreichs liegt das \u00e4lteste Bouldergebiet der Welt. Schon 1890 wurden die Felsen im franz\u00f6sischen Fontainebleau von Kletterbegeisterten bestiegen und wenige Jahrzehnte sp\u00e4ter entstand dort der erste Boulder-Parcour, weshalb noch heute die Boulderschwierigkeiten in der sogenannten Fontainebleau-Skala (FB) angegeben werden.<\/p>\n<p>Die Sportart wurde vor allem von dem Amerikaner John Gill und dem Deutschen Wolfgang Fietz gepr\u00e4gt, die neue Klettertechniken und den heute typischen dynamischen Bewegungsstil entwickelten. Gill war au\u00dferdem f\u00fcr den Einsatz von Chalk beziehungsweise Magnesia, dem Pulver das f\u00fcr mehr Griffigkeit der H\u00e4nde sorgt, verantwortlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00a9 Foto: iStockphoto.com\/Vernon Wiley<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwar ist das Bouldern, das Klettern ohne Sicherung in Absprungh\u00f6he, bereits seit den Siebziger Jahren eine Disziplin des Sportkletterns, doch der Boom begann erst in den Neunziger Jahren \u2013 und h\u00e4lt noch immer an. Heute verf\u00fcgt fast jede Kletterhalle \u00fcber einen separaten Boulderbereich. 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