{"id":1210,"date":"2015-01-20T15:19:15","date_gmt":"2015-01-20T13:19:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kompass.de\/?p=1210"},"modified":"2015-01-20T15:19:15","modified_gmt":"2015-01-20T13:19:15","slug":"huetten-knigge-fuer-wanderer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kompass.de\/magazin\/inspiration\/huetten-knigge-fuer-wanderer\/","title":{"rendered":"H\u00fctten-Knigge f\u00fcr Wanderer"},"content":{"rendered":"<p>So idyllisch die Wanderung am Tag auch war, so nervenaufreibend kann die Nacht im Bettenlager der H\u00fctte werden. Oft muss auf Komfort verzichtet und Schnarcher toleriert werden. Damit der Aufenthalt in der Bergh\u00fctte f\u00fcr alle so angenehm wie m\u00f6glich wird und man vielleicht sogar doch einen erholsamen Schlaf bekommt, gibt es einige einfache Verhaltensregeln, die jeder Wanderer ohne gro\u00dfe M\u00fche beherzigen kann.<\/p>\n<p>Nach einer anstrengenden Wanderungen in den Bergen m\u00f6chte man sich abends im Schlafraum der Bergh\u00fctte nur noch erholen \u2013 doch oft wird aus dem erholsamen Schlaf nichts. Wenn es nicht Schnarcher sind, die das gesamte Bettenlager wachhalten, sind es Wanderer, die ihre Schuhe zum Trocknen mit in den Schlafraum nehmen, statt sie ihm Trockenraum ausl\u00fcften zu lassen und somit die Geruchstoleranz herausfordern. Oder man wird durch Mitmenschen mit einer schwachen Blase geweckt, die dummerweise auch keine Stirnlampe dabei haben und so mehrmals in der Nacht \u00fcber R\u00fccksacke und andere Schlafende stolpern.<\/p>\n<p>Um sich nicht bei anderen Wanderern und dem H\u00fcttenwirt unbeliebt zu machen und ihnen ihren verdienten Schlaf zukommen zu lassen, gibt es einige simple Regeln, an die sich jeder H\u00fcttengast nach M\u00f6glichkeit halten sollte.<\/p>\n<p>Schon am Eingang der H\u00fctte sollte man seine Wanderschuhe ausziehen und gegen die mitgebrachten H\u00fcttenschuhe tauschen, damit die H\u00fctte sauber und trocken bleibt. In den meisten Bergh\u00fctten befindet sich der Trockenraum in unmittelbarer N\u00e4he des Eingangsbereichs, sodass man die Schuhe und gegebenenfalls auch die m\u00fcffeligen Socken dort deponieren kann. In der N\u00e4he des Eingangs findet man h\u00e4ufig auch Regale oder Boxen, in denen Wanderst\u00f6cke, Steigeisen, Seile und \u00e4hnliche Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde verstaut werden k\u00f6nnen\u00a0\u2013 nicht vergessen, diese am n\u00e4chsten Morgen wieder mitzunehmen.<\/p>\n<p>Der H\u00fcttenschlafsack geh\u00f6rt bei einer H\u00fctten\u00fcbernachtung zur Grundausstattung. Im Gegensatz zum richtigen Schlafsack ist der H\u00fcttenschlafsack d\u00fcnn und leicht. Er dient vor allem der Hygiene und man schl\u00fcpft im Bettenlager in den Schlafsack und deckt sich zus\u00e4tzlich mit den Decken zu, die in den H\u00fctten zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Wenn man sein Nachtlager bezieht sollte man seinen Rucksack und alle anderen Utensilien m\u00f6glichst gut verstauen und aus dem Weg r\u00e4umen, damit andere G\u00e4ste nicht dar\u00fcber stolpern. Au\u00dferdem unabdinglich f\u00fcr die \u00dcbernachtung in der H\u00fctte: eine Stirnlampe. Mit ihr hat man die H\u00e4nde frei und stolpert im Dunklen nicht durch das Lager.<\/p>\n<p><strong>Nachtruhe einhalten<\/strong><\/p>\n<p>In den meisten H\u00fctten ist von 22 bis 6 Uhr Nachtruhe angesagt. Einige H\u00fcttenwirte schalten um eine gewissen Uhrzeit auch das Licht in den Schlafs\u00e4len ab, sodass man gezwungen ist, zur Nachtruhe im Bett zu liegen, wenn man nicht im Schein der Taschenlampe sein Nachtlager richten m\u00f6chte. Manche Wanderer wollen bereits vor der D\u00e4mmerung aufbrechen, weil sie eine lange Etappe vor sich haben oder einfach schon vor der Masse loskommen m\u00f6chten. F\u00fcr Fr\u00fchaufsteher gilt: schon am Abend zuvor alles herrichten, die Dinge bereitlegen, die man am Morgen ben\u00f6tigt und morgens so leise wie m\u00f6glich sein. Womit man jeden schlafenden Wanderer zur Wei\u00dfglut treiben kann \u2013 und dennoch gibt es immer wieder Leute, die dies ohne R\u00fccksicht tun\u00a0\u2013 ist das W\u00fchlen in raschelnden Plastikt\u00fcten und das Einschalten des Lichts oder gar mit der Taschenlampe anderen ins Gesicht leuchten. Dann braucht man sich nicht \u00fcber w\u00fctende Kommentare der anderen Schlafg\u00e4ste wundern. Um selbst nicht von Fr\u00fchaufstehern oder durch Schnarcher geweckt zu werden, empfiehlt es sich immer, Ohrst\u00f6psel dabei zu haben.<\/p>\n<p><strong>Fr\u00fchzeitige Reservierung<\/strong><\/p>\n<p>Die H\u00fctten\u00fcbernachtung sollte m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig beim H\u00fcttenwirt reserviert werden. Vor allem bei sch\u00f6nem Wetter muss man damit rechnen, dass der Andrang auf der H\u00fctte gro\u00df sein wird und es ist keine Seltenheit, dass H\u00fctten auch mal \u00fcberf\u00fcllt sind. Um dem entgegenzuwirken\u00a0\u2013 und auch um Wanderern bei Wetterumschw\u00fcngen kurzfristig Unterschlupf bieten zu k\u00f6nnen\u00a0\u2013 vergeben H\u00fcttenwirte nur etwa drei Viertel der Schlafpl\u00e4tze im Voraus. Doch wenn der Andrang an Sch\u00f6nwettertagen gro\u00df ist, sind auch die \u00fcbrigen Lagerpl\u00e4tze schnell belegt. Aber keine Angst: an Bergh\u00fctten wird man nie abgewiesen und bekommt im Notfall einen Platz im sogenannten Notlager, \u00fcber das jede H\u00fctte verf\u00fcgt. Falls man an einem ausgebuchten Tag noch eine andere H\u00fctte in der N\u00e4he erreichen kann, wird der Wirt versuchen, die G\u00e4ste dort unterzubringen. Um dem H\u00fcttenwirt die Planung zu vereinfachen, sollte man jedoch auch rechtzeitig absagen, falls man seinen \u00dcbernachtungsplatz nicht ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>In den Bergh\u00fctten herrscht generelles Rauchverbot. In den Zimmern und Lagern darf weder gekocht noch gegessen werden. Falls man sein eigenes Proviant mitgebracht hat, muss man unbedingt vorher den H\u00fcttenwirt fragen, ob es in Ordnung ist, dieses im Speisesaal zu verzehren.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sollte man sich ins H\u00fcttenbuch eintragen und sein n\u00e4chstes Ziel sowie gegebenenfalls eine Handynummer angeben. Diese Informationen helfen Rettungsteams Vermisste oder Verungl\u00fcckte schneller zu orten und zu retten. Wenn man am n\u00e4chsten Morgen weiterzieht, muss der eigene Abfall mitgenommen und zur Entsorgung ins Tal transportiert werden.<\/p>\n<p>Beherzigt man diese Verhaltensregeln, sollte man weder mit den anderen Wanderern noch mit dem H\u00fcttenwirt Probleme bekommen, sondern kann sich auf der H\u00fctte von der Tour und f\u00fcr die n\u00e4chste Etappe erholen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Foto: \u00a9 iStockphoto.com\/flocu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So idyllisch die Wanderung am Tag auch war, so nervenaufreibend kann die Nacht im Bettenlager der H\u00fctte werden. Oft muss auf Komfort verzichtet und Schnarcher toleriert werden. 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